Seite wählen

Lass dich nicht von der Angst führen. Es ist die Angst, die einen Schleier über dich wirft. Dich nicht mehr klar sehen lässt. Dich nicht mehr klar fühlen lässt. Nicht mehr klar denken lässt.

Wie kannst du also in Zeiten wie diesen zu dir selbst finden?

Ganz besonders in diesen Tagen ist es für viele Menschen schwer, sich von der Angst zu befreien. Viele erkennen sie gar nicht als solche, sondern halten ihren Zustand für normal oder wissen nicht, wie sie sich schützen können.

Sie fühlen keine Liebe mehr, sondern werden geführt von der Angst. Und die Angst macht uns hart gegen uns selbst und gegen andere. Sie ist es, die die Verbindung trennt.

Die Angst begräbt das Mitgefühl, vertreibt die Stille, denn sie, diese Angst, kommt laut daher.

Sie muss laut sein, damit du dich ihr beugst

Denn die Liebe ist still. Sie drängt sich nicht auf. Sie ist. Und wir haben scheinbar keine Vorstellung davon, wie allmächtig die Liebe ist.

Und doch ist die Angst nur die Vorstellung von etwas. Eine beunruhigende Vorstellung. Eine zerstörerische Idee, die, wenn du sie in dir wüten lässt die Kälte und Härte in dich einziehen lässt.

Und der Mensch hat viel Angst. Oder eine blühende Fantasie, die er in die falsche Richtung anwendet. Denn ist sie nicht genau das, die Angst? Eine blühende Fantasie in ein dunkles Kleid gewickelt?

Wir sind nicht unsere Geschichten, unsere Dramen oder unsere Fehler. Wir sind Liebe.

Wie kannst du also in Zeiten wie diesen zu dir selbst finden?

Wir sind so sehr daran gewöhnt, uns immer wieder die alten Geschichten aufzutischen. Diese Geschichten, in denen wir nicht gut genug waren. In welchen wir angeblich versagt haben. Schmerz und Leid über uns gekommen ist. Und wir erlauben uns daraus die Zukunft abzuleiten.

Wie die Kühe mit ihren sieben Mägen käuen wir die Vergangenheit wieder und wieder und wieder. Was ist da schief gelaufen? Was haben wir falsch gemacht?
Als weitere Taktik suchen wir nach Beweisen, um unsere Geschichte zu bestätigen. Wir suchen nach denselben Mustern in unseren Beziehungen und Lebensumständen, als ob wir die Kontrolle haben könnten, wenn wir sie finden.

Doch bleibst du in der Angst stecken, wird nur sie es sein, die dich kontrolliert.

Wirst du weiterhin festhalten an allem, was du hier zu besitzen glaubst und deine Seele wird frieren.

Und dennoch bedienen wir uns fleißig weiter an der großen Kiste, auf der in dicken Buchstaben „Vergangenheit“ steht und auf welcher „Nix mehr dran zu rütteln“ in Geheimschrift aufgedruckt ist. Direkt daneben steht die große Überraschungskiste, mit dem fetten Aufdruck „Zukunft“. Das Kleingedruckte überlesen wir auch hier gerne, es wäre einfach zu müßig sich damit auch noch beschäftigen zu müssen. Im Kleingedruckten steht: „Denke nicht so oft an das, was sein könnte. Das Leben will gelebt werden und wir sind nicht fehlerfrei. Wir sind Menschen.”

Wir sind alle unschuldige, verwundete Kinder

Unser Verstand wird nicht müde, uns immer wieder in alte Muster zu locken. Das löst bei uns das Gefühl aus, wir könnten nicht da raus und das müsste so sein. Unser Leid beginnt mit der Art und Weise, wie wir mit der Situation umgehen und da wir fast alle Weltmeister im Festhalten sind, leiden wir eben weiter. Es sind die Geschichten, die du dir erzählst, die dich wütend, ängstlich oder traurig machen. Und es plappert unaufhörlich in deinem Kopf.

Das wissen auch die, die sich unserer gerne bedienen.

Sie spielen mit der Angst. Kleiden sie in falsche Liebe und wollen uns glauben machen, dass es besser ist, wenn wir uns fügen.

Nicht die Zeit ist falsch. Die Liebe hier ist falsch.

Man macht dir Angst und sagt, man tue dies aus Liebe zu dir.

Um dich zu schützen. Und wenn das nicht reicht, dann tu du dies um deine Lieben zu schützen, denn was wärst du für ein schlechter Mensch, wenn andere durch dich leiden würden?

Man sagt, der Zweck heilige hier die Mittel. Ich sage dir, niemals würde die wahrhaftige, allmächtige Liebe der Angst dienen. 

Du willst zu dir selbst finden?

Dann sei bereit und lege die Fesseln der Angst ab. Lasse die dunklen Gedanken nicht länger in dich einmarschieren und toben. Lass sie nicht länger deine Aufmerksamkeit fordern und dich von jeglicher Freude ablenken.

Wenn du denkst, du kannst den Weg der Liebe nicht mehr gehen, halte an und sei still.

Lass Stille und Mitgefühl dein Herz halten.

Niemand geht durchs Leben, ohne Wunden zu erleiden

Wir sind alle unschuldige, verwundete Kinder, die in ihrem Leben vor viele Herausforderungen gestellt werden. Unabhängig von dem sozialen Stand oder dem familiären Hintergrund. Niemand geht durchs Leben, ohne Wunden zu erleiden.

Und tatsächlich sind es unsere Wunden, die uns lernen lassen und uns Weisheit schenken. Das erkennen wir selten in dem Augenblick der Verletzung. Wenn wir aber mutig genug sind, die Wunden anzuschauen, beginnt wirkliche Heilung. Der Sufi-Mystiker und Gelehrte Rumi sagt: „Die Wunde ist der Ort, wo das Licht in dich eintritt.“ Und ein kleines Licht reicht. Es wird die Liebe in dir zum Leuchten bringen und du kannst diese Liebe in die Welt hinaustragen.

Wir jedoch tun alles, um zu beweisen, dass wir die ganze Zeit Recht hatten, damit wir unsere verletzte Identität schützen und verteidigen können.

Wir glauben, dass wir durch das Festhalten an alten Mustern und Gewohnheiten, endlich eine gewisse Kontrolle haben werden.

Aber es ist diese obsessive Natur, nach dem zu suchen, was schief gehen könnte, die uns weiter in die Entstehung des Problems selbst führt. Wir beschwören Gefühle für das zukünftige Problem herauf, noch bevor überhaupt ein Problem aufgetreten ist.

Wir hauchen dem, was wir nicht wollen, Leben ein und bauen einen Käfig der Angst um unsere Psyche.

Die Liebe mag klopfen, um dich aus deinen Fesseln zu befreien,

aber der Wachmann vor deinem Herzen wird nicht zuhören. In diesem Käfig der Angst rufen wir: „Schau dir an, wie das Leben mich leiden lässt!“ Ich kann mich nicht retten, jemand anderes muss es für mich tun!

Also suchen wir einen Liebhaber, der uns rettet. Ein Job, der uns falsche Sicherheit gibt. Eine Identität, die uns die Macht gibt uns zu behaupten. Wie viele Menschen üben dann einen Job aus, den sie eigentlich gar nicht mögen, um das bisschen an falsch geglaubter Sicherheit festzuhalten. Bleiben bei einem Lebenspartner, der sie erniedrigt, sich schuldig fühlen lässt. Bis sie feststellen müssen, dass es diese Sicherheit nicht gibt. 

Willst du ernsthaft weiterhin bereit sein dafür deine Freiheit und dein geistiges Wachstum zu opfern?

Wir greifen nach allen Strohhalmen um uns herum und wirbeln wie hungrige Geister, niemals satt, niemals sicher, niemals in Frieden.

Es gibt nur Einen, der den Schlüssel hält. Derjenige, der nicht deine Identität, dein Status, deine Beziehung, dein Job oder eine andere Form oder Erscheinung ist.

Der Eine, der jenseits aller Ideen, Konzepte und Erfassungen liegt.

Derjenige, der Liebe ist.

Es gibt keinen anderen Ritter in glänzender Rüstung, der uns vor uns selbst retten könnte. Du bist dein Retter. Lass den göttlichen Wind der Liebe deinen Weg leiten.

Es wird Tage geben, an denen alte Gewohnheiten Einzug halten, an denen Mitleid, Schuld, Wut und Leiden nach Aufmerksamkeit schreien.

Wenn du denkst, du kannst den Weg der Liebe nicht mehr gehen, halte an und sei still.

Lass Stille und Mitgefühl dein Herz halten.

Mit äußerster Entschlossenheit und Hingabe lass die Liebe in jedem Gedanken, jeder Handlung und jedem Moment deines Lebens im Überfluss sein und sie wird die Geschichten der Vergangenheit verzehren, bis sie nicht mehr sind.

Dunkle Gedanken werden hereinmarschieren. Sie werden deine Aufmerksamkeit fordern und dich von jeder Möglichkeit der Freude ablenken. Sie sind es, die dich in die Tiefen deiner persönlichen Hölle ziehen.

Wenn du im Auge des Sturms, dem Tornado des Schmerzes um dich herum, verweilst, denkst du nicht daran, aufzuschauen.

Du schaust auf die Grube der Verzweiflung unter dir, spannst deinen Körper an, um ihn vor dem zu schützen, was kommen könnte. Baust weiter an der Mauer um dein Herz, damit es niemand mehr erreichen kann.

In deinem Kampf greifst du nach allem, was dich halten könnte, und hortest falsche Idole der Sicherheit und des Glücks. Deine Hände greifen fest nach Leben, Identität, Geschichten, Konzepten und Ideen. Du hast einen Traum geschaffen, der trotz seiner wahrgenommenen scheinbaren Schönheit schließlich zu deinem Albtraum wird. 

Unabhängig von dem Luxus oder den Freuden, die du glaubst in all dem Haben finden zu können, wird dies alles vergehen. Denn nichts davon wirst du mitnehmen, wenn du einst diese Welt verlässt.

Also, was kommt als Nächstes, fragst du dich.

Warum bin ich hier?

Was ist das alles?

Wer bin ich wirklich?

Und wenn diese Fragen lauter werden als diejenigen, die uns im Traum halten, beginnst du endlich aufzuschauen.

Wir sehen ein Licht, vielleicht fern, aber hell und winkend. Es mag unmöglich erscheinen, solche Höhen zu erreichen, ein Versagen ist unvermeidlich, aber unten zu bleiben ist der größere der zwei Schmerzen.

Dies ist der Beginn des Erwachens aus dem Traum. Es ist keine leichte Aufgabe, und viele werden es weder versuchen noch für lohnenswert halten.

Aber wenn Wissen in dir ist, auch nur das geringste Flüstern – schau auf.

Liebe mehr, vergebe leichter, höre mehr zu, geh mehr in die Stille, lächle mehr und lache lauter, gebe viel und nimm in Dankbarkeit. Stell dir vor, alle Menschen würden das bedingungslos miteinander teilen. Wie viel liebevoller wäre diese Welt.

Lass uns gemeinsam diese liebevolle Welt erschaffen und aufeinander achten, einander geben und zueinander ja sagen. Lass uns gemeinsam in Liebe leuchten und Wunder geschehen lassen.

Ich wünschte, ich könnte dir sagen, dass du es nur auf eine bestimmte Art und Weise tun müsstest, und dann würdest du zu dir finden.

Aber es ist dein Weg und der ist so individuell, wie du es bist.

Ich wünschte, ich könnte dir sagen, dass du in 6 Monaten heilen wirst, oder in 4 Wochen oder bis zum nächsten Sonntag. Aber ich kann das nicht.

Denn wenn ich etwas darüber gelernt habe, voranzuschreiten, über das Loslassen, darüber zu sich selbst zu finden, was nichts anderes bedeutet als zu Gott zu finden und den Weg ins Licht zu gehen, dann ist es dies: Es geschieht in der Stille, in der Hingabe an das Leben.

Es geschieht in der Anerkennung dessen, was du bist. Ein Geschenk der Schöpfung an das Leben selbst. Hier auf dieser Erde, um zu lernen.

Um geistig zu wachsen. Hier auf dieser Welt, um Liebe zu fühlen, Liebe zu geben und glücklich zu sein.

Doch es ist nicht diese Liebe, die hier fälschlicherweise mit Besitz verbunden wird. Denn die Liebe, die dich geistig wachsen lässt, besitzt nichts. Die Liebe gibt. Sie erhöht. Die Liebe ist sanft, weich, anmutig, wohltönend, freudebringend.

Mögest du diese Liebe in dir entdecken.

In tiefer Verbundenheit. 🌹🦋🌹

Michaela

Foto: Adobe Stock

 

Der Newsletter für jede Frau, die in einer Welt, in der es besser scheint, zu funktionieren als zu fühlen, bereit ist, sich auf ihren Weg zu machen. Über 1.000 einzigartige, wundervolle Frauen sind schon dabei. Komm doch dazu, ich freue mich auf dich!

Hinweise zum Anmeldeverfahren, Versanddienstleister, statistischer Auswertung und Widerruf findest du in der Datenschutzerklärung.

Teile diesen Artikel, wenn du mir ein bisschen Liebe dalassen möchtest.