Was steckt dahinter und warum lehnen es so viele Frauen ab? Ich denke, wir brauchen dringend eine neue Definition von Weiblichkeit und Frausein, die alte scheint irgendwie nicht zu funktionieren. Sie stürzt uns in Krisen und Ablehnung und entfernt uns, von uns selbst. Ich finde es wundervoll, eine Frau zu sein. Das war schon immer so, auch wenn nicht immer so selbstbewusst, wie heute.

Genau aus diesem Grund ist es Zeit, dass wir beide darüber plaudern.

Wundervolle Weiblichkeit

Ich hab Frauen immer als das stärkere Geschlecht empfunden, abgesehen von unserer körperlichen Kraft. Ich bin in einer Generation aufgewachsen, in der Freiheit, Unabhängigkeit und Chancen, für die meisten Frauen noch nicht selbstverständlich waren. Können wir also über Weiblichkeit sprechen, ohne über Feminismus zu reden? Gibt es tatsächlich nur einen biologischen Unterschied oder was ist dieses Frausein?

Wir sollten unsere wundervolle Weiblichkeit nicht auf irgendwelche Maße oder vermeintlichen Tugenden reduzieren. Lass uns aufhören, unsere Weiblichkeit abzulehnen und uns ihrer zu berauben. Lass sie uns leben – volle Kanne.

Die Frage nach der wundervollen Weiblichkeit

Sie ist wohl immer eine Frage der Identität. Frau sein wird uns so verkauft, als müssen wir uns das hart erarbeiten, als könnten wir das auf eine besondere Art und Weise erwerben. Festgemacht an seltsamen, äußeren Attributen.

Aufgeschminkt und angezogen.

So glauben wir viel zu oft den wahnwitzigen Vorstellungen der Massenmedien und unserem sozialem Umfeld. Von dort erhalten wir regelmäßige Einträge in unsere Benimmbibel. Daraus wächst das Gefühl, dass wir nicht gut genug sind, nicht genug leisten, oder nicht wertvoll genug sind. In den letzten dreißig Jahren waren wir überwiegend damit beschäftigt uns, neben der Verantwortung für Partnerschaft und Familie, unsere Stellung im beruflichen und politischen Leben zu erarbeiten.

Dabei blieben weibliche Qualitäten, wie Empathie, Weichheit, Intuition und der innige Kontakt zu uns selbst, auf der Strecke. Viele Frauen fühlen sich ausgebrannt und überfordert. Weibliche Werte wurden uns völlig falsch vermittelt und spielen leider auch heute noch (nicht nur) in der Berufswelt, überhaupt keine Rolle, oder nur eine untergeordnete.

Was sind die weiblichen Werte

Mach dir mal den Spaß und frage einen Mann, was für ihn Männlichkeit bedeutet. In den meisten Fällen wird er dir mit leuchtenden Augen und gut gelaunt, völlig selbstbewusst antworten. Befragst du eine Frau zu dem Thema Weiblichkeit, rollt sie erst einmal mit den Augen. Weib klingt sexistisch, Weiblichkeit wird meist nur an äußeren Merkmalen festgemacht. Gefolgt von einer Reihe Rechtfertigungen, warum sie mit sich selbst nicht so ganz zufrieden ist.

Haare zu dünn, zu kraus, zu glatt…

Po zu klein, zu groß, zu flach…

Brüste, lass uns nicht drüber sprechen.

Und als Frau müssen wir natürlich Kinder kriegen. Das willst du nicht? Ja, Pech gehabt, denn auch das ist Bitteschön in dieser Gesellschaft zu erklären.

Wir Frauen sind anders als Männer …

… und genau darin liegt ja auch unsere Chance. Hier eine kleine Auswahl weiblicher Werte, aus meiner Sicht:

Weichheit, Weisheit, Empathie, emotionale Stärke, eine besondere Aufnahmefähigkeit und Empfänglichkeit für Sinneseindrücke, Nähren, Gebären, Fürsorglichkeit, Intuition, Warmherzigkeit, Hingabe, Kommunikation, Geduld, Spiritualität und die Fähigkeit uns ganz zu fühlen …

Das alles sind große Geschenke, die wir nutzen sollten, anstatt sie abzulehnen.

Weichheit ist nicht Schwäche.

Hingabe ist nicht Abhängigkeit.

Die besondere Fähigkeit der Kommunikation ist nicht Getratsche.

Spiritualität ist nicht Spinnerei.

Die Fähigkeit uns ganz zu fühlen, ist nicht Launenhaftigkeit oder Sentimentalität.

Verloren in der Gleichberechtigung

Gleichberechtigung bedeutet für mich nicht gleichmachen. Vielmehr bedeutet es für mich, dass ich die gleichen Rechte habe und diese auf meine, weibliche Art, leben kann. Ich gebe nichts auf das, was gesellschaftlich von mir erwartet wird. Ich muss nicht besser sein, als ein Mann. Und ich darf Frau sein, mit allem, was ich zu bieten habe.

Ich muss mich nicht messen oder in einen Wettstreit gehen. Nicht mit Männern und auch nicht mit anderen Frauen. Ich darf erkennen, wer ich bin. Mich erkennen. Mich annehmen. Mich lieben. Such dich nicht in jemand anderem, denn dort wirst du dich nicht finden. Du bist einzigartig und wundervoll.

Wie sieht es heute aus?

Es ist verdammt schwer, eine Frau zu sein? Wie gesagt, in meiner Generation waren Freiheit, Unabhängigkeit und Chancen, für die meisten Frauen und auch für mich als Teenager und später als junge Frau, nicht selbstverständlich. Das fing schon bei den ganz normalen Lebenshilfen an. Monströse Damenbinden, nicht wirklich gut funktionierende Tampons, Nassrasierer, mit denen man regelmäßig ein Blutbad anrichtete, keine BHs für meine damalige Körbchengröße (70 AA), um nur einige zu nennen.

Gleiche Rechte? Fehlanzeige. Dafür aber ein Idealbild der modernen Frau, welches uns in die Falle gelockt hat. Gleichberechtigung = gleichmachen = Krise vorprogrammiert. So funktioniert das eben nicht. Ich will nicht meinen „Mann stehen“. Ich bin eine Frau und ich kann was. Wir können tough sein und dabei absolut weiblich. Das eine schließt das andere nicht aus.

Was machen wir jetzt mit unserer wundervollen Weiblichkeit?

Beginnen wir unsere weibliche Kraft zu sehen, ihre Energie einzusetzen, dann erhalten wir ein neues und tiefes Selbstverständnis von uns selbst als Frau. Das Miteinander von Frau zu Frau, aber auch das Miteinander von Frau zu Mann, wird einfacher. Bekommen wir wieder Kontakt zu uns, nehmen wir uns an, so wie wir sind, dann werden wir frei und unabhängig. Wir entwickeln ein ganz neues und natürliches Selbstbewusstsein für uns, als Frau.

Stell dir vor:

Eine Welt voller Frauen, die sich ihrer wundervollen Weiblichkeit bewusst sind, absolut mit sich im Reinen. Frauen, die ihre Weiblichkeit leben. Ciao Mister Minderwert, ciao Mister Zweifel, ciao Konkurrenzkampf, adios Abhängigkeit, goodbye Miss Perfect.

Bonjour Glück, hello Freude am Sein und guten Tag Selbstliebe. Welch wunderschöne Welt. Lasst uns laut sein. Lasst uns frech sein und dabei all unsere wundervolle Weiblichkeit zeigen. Weiblichkeit ist für mich nicht die hübsche Fassade, High Heels, Kostümchen, Lippenstift oder rosa Tutu. Obwohl ich schon sehr auf Rosa stehe.

Weiblichkeit findest du im Inneren einer Frau …

…, denn dort findet sie statt. Vorausgesetzt du kannst es zulassen. Du darfst dich in deinem Körper wohlfühlen, völlig losgelöst von allen Schönheitsidealen. Verfolgen wir die Geschichte, so variieren die sowieso ständig.

Authentizität ist das neue sexy. Lass uns damit aufhören, uns immer und ständig zu vergleichen. Du bist du und ich bin ich, gemeinsam können wir unschlagbar sein. Ganz gleich, welche weiblichen Werte du in dir erkennst, lerne sie zu lieben. Vertraue dir und gehe achtsam und respektvoll mit dir selbst um. Ich habe den Richter in meinem selbst erbauten Gericht entlassen. Das Gerichtsgebäude ist geschlossen und was soll ich sagen, ich kann wunderbar damit leben.

Ich bin ich und das macht mich so sexy. Meine Botschaft an dich:

  • Sprenge die Grenzen in deinem Kopf, du hast sie dir selbst gesetzt.
  • Löse dich von Klischees.
  • Verbrenn deine Benimmbibel, du weißt sowieso, was gut ist, du wundervolle Frau.

Ich lade dich ein, mir zu folgen. Fühl dich herzlich umarmt.

PS: Teile diesen Artikel mit anderen Frauen. Mit Frauen, die dir am Herzen liegen und für die dieser Artikel ein kleiner Augenöffner sein kann. Lass uns zusammenhalten und nicht länger gegenseitig das Leben schwer machen. Wir sind so viel mehr, als das, was wir glauben zu sein oder was andere uns weismachen wollen.

Foto: © Jacob Lund