Wenn´s richtig wehtut – bade noch mal drin. Und dann lass es los und verzeihe!

Es sind diese ganzen Verletzungen, kleine und große, die uns feststecken lassen. Wir kommen nicht weiter, vor allem irgendwie nicht da raus.

Zielsicher greifen wir immer wieder in die gleiche Kiste und zaubern ähnliche Erlebnisse hervor. Wieder verletzt. Wieder weint die Seele.

Du ziehst dich zurück. Erschaffst eine große Mauer um dein Herz. Du willst dich schützen. Du isolierst dich. Der Schuss geht nach hinten los.

Neue Verletzungen. Die Mauer wird dicker. 

Hinter der Mauer reißen alte Wunden wieder auf. Das Herz blutet. Du trauerst um dich, um die Geschehnisse und bist so weit weg von dir.

Einer der für mich dümmsten Sprüche der Welt ist: Die Zeit heilt alle Wunden.

Die Zeit kann deine Wunden nicht heilen. Heilung ist ein aktiver Prozess aus Annehmen, Loslassen und Vergebung.
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Das tut sie nicht. Das kann sie nicht.

Mit der Zeit wächst da Gras drüber. Stimmt, aber darunter ist derselbe Rasen. Es hilft dir nicht, wenn du Gras über eine Sache wachsen lässt.

Es hilft dir nicht, wenn du darauf wartest, dass die Zeit deine Wunden heilt.

Nur du selbst kannst deine Wunden heilen.  Aktiv und ja, mit der Zeit.

Wenn´s richtig wehtut – bade noch mal drin.

Mach die Gefühlsbadewanne so richtig voll und steig rein. Steige bewusst rein. Du weißt, dass die Situation in der du dich verletzt gefühlt hast, längst vorbei ist.

Weil wir aber sehr dazu neigen, uns mit solchen Gefühlen lange und vor allem immer wieder ausgiebig zu beschäftigen, finden wir kein Ende.

Wir lassen uns immer wieder davon überrollen. Neue Situationen drücken alte Knöpfe und schon sind wir wieder mittendrin.

Egal was es ist, du solltest ihm keine Energie mehr schenken und somit keine Macht mehr über deine Gefühle einräumen.

Wie kann mir mehr Bewusstsein dabei helfen?

Befinden wir uns in einer Situation, die uns ungerecht scheint, nimmt die Maschine Fahrt auf. Egal ob wir in einem Stau stecken, während der Fahrt zum nächsten Termin alle Ampeln auf Rot springen, wir Probleme mit unserer Gesundheit, unserer Arbeit oder in einer Beziehung haben, es ist meistens einer der folgenden Gedanken, der unseren Geist beschäftigt:

Das sollte mir nicht passieren! Womit habe ich das verdient? Immer passiert mir so etwas!

Unser Körper passt sich den Gedanken an. Der Blutdruck steigt, der Atem wird flacher, das Herz rast. Das passiert völlig automatisch, sobald wir in diese Gedanken gehen.

Der Glaube, wir sollten keine Probleme haben oder dieses und jenes sollte uns nicht widerfahren, verstärkt nur den eigenen Schmerz.

Es ist immer das, was wir daraus machen. Was für dich schlimm ist, ist es noch lange nicht für jemand anderes. Dennoch urteilen wir – über uns selbst und über andere.

Eckhart Tolle sagt folgendes: „In dem Moment, in dem wir akzeptieren, dass das Leben schwer ist, wird es definitiv einfacher.“

Das bedeutet nicht, dass du immer von dem Schlimmsten ausgehen sollst. Ebenso wenig sollst du dich deinem „Schicksal“ ergeben.

Leben ist eine ständige Herausforderung. Nimm es als solche an und lerne vom Leben. Erkenne deine Schwächen und stärke deine Stärken. Das öffnet dich für Neues und führt dich zu mehr Bewusstsein.

Anstatt das wir uns den Turbulenzen unserer Gefühle hingeben und uns darin verlieren, hilft uns diese Erkenntnis und erweitert unser Bewusstsein.

Es ist, wie es ist.

Ist zu meinem Lebensmotto geworden. Ich beobachte, nehme an und mache was daraus.

Wie schaffe ich das mit dem Loslassen?

Wie soll ich etwas loslassen, wenn mir lieber zum Töten zumute wäre.

Loslassen, als ginge es darum etwas Unangenehmes wegzuschmeißen, es zu entsorgen, einfach beiseitezuschieben, damit du nichts mehr damit zu tun hast, ist es das?

Nein, genau das ist es nicht. Je mehr du dich auf das konzentrierst, was du loswerden willst, umso größer machst du es und es scheint schier unmöglich zu sein, dass es sich verabschiedet.

Für mich ist Loslassen ein Prozess, der aus drei Schritten besteht. Ich zeige dir hier, welche das aus meiner Sicht sind.

Der Anfang vom Loslassen: Ankommen lassen.

Es geht beim Loslassen nie darum, Gefühle oder Erlebtes zu verdrängen, sondern vielmehr darum, diese Gefühle einzuladen und sie anzunehmen, statt davor wegzulaufen.

Wir sind jetzt bei der guten alten Gefühlsbadewanne und unserem heutigen Thema: Wenn´s richtig wehtut – bade noch mal drin.

Schluss mit Weglaufen oder massiven Ablenkungsmanövern. Ran an den vermeintlichen Feind.

Ich empfehle dir: Lade dein Thema, welches auch immer es ist, zu dir ein. Ganz bewusst. Erlaube ihm, sich Raum zu nehmen. Es darf da sein, sich fühlen lassen, mit allem, was es bei sich trägt.

Wehre dich nicht dagegen, sondern nimm es ganz bewusst wahr, mit all seinen Gefühlen, die es in dir auslöst.

Das ist ein Teil von dir, aber das bist nicht du.

Der zweite Schritt: Seinlassen

Durch unser ständiges Bewerten geben wir den Dingen eine Identität. Ein Gesicht. Wir geben ihnen eine Form und ganz viel Platz in unserem Geist.

Gefühle sind dann erst gut, oder schlecht, wenn wir sie dazu machen. Schau und hör zu. Was hat es dir zu sagen? Bringe dich in die Position der Beobachterin und beobachte dich selber, jedoch bewerte NICHT. Verändert sich etwas, wenn du es einfach nur da sein lässt? Siehst du die Grenze dieses Themas? Gibt es einen anderen Weg damit umzugehen?

Auch wenn es jetzt sofort keine Lösung dafür gibt, dann hast du vielleicht doch die Möglichkeit ihm einen anderen Platz in deiner Gedankenwelt zuzuweisen.

Schaffe dir Raum.

Einen Platz, an dem dieses Thema nicht ständig deine ganzen Gedanken einnimmt. Schaffe dir damit Raum, wieder durchzuatmen, Energie zu tanken und dich Stück für Stück wieder selbst zu entdecken.

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Manchmal will dieses Thema nur erkannt werden und du kannst ihm Sicherheit geben, indem du ihm sagst, dass du dich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal mit ihm beschäftigst.

Man muss nicht immer über den Berg klettern, man kann auch neue Wege finden und darum herum gehen. Gerade bei diesem zweiten Schritt des Seinlassens geht es nicht darum, alles bis ins Detail aufzudröseln. Mache aus dem Riesen, ein Ding auf Augenhöhe. Erlaube dir all deine Gefühle zu deinem Thema, aber erkenne, dass das nicht du bist. Es ist vielmehr ein vorübergehender Zustand, der dir hilft, dich weiterzuentwickeln.

Der dir zeigt, was du nicht bist und wer du wirklich bist:

Eine wundervolle Frau, liebenswert und einmalig.

Der dritte Schritt: Loslassen

Loslassen ist sich bewusst werden. Es hört sich vielleicht seltsam an, aber manchmal wollen bestimmte Dinge nur deine Aufmerksamkeit. Erkenne die verschiedenen Gefühle, Gedanken und Handlungen, als etwas, das sich dir mitteilen will.

Sie wollen beobachtet und beachtet werden, dann sind sie bereit, sich von dir zu lösen.

So ist das Loslassen ein sich bewusst machen, eine Erlaubnis, die du dir selber gibst, dein Thema freizulassen.

Mache es in deinem Tempo.

Es kann immer mal wieder auch Schritte zurückgeben, aber mit jeder Erlaubnis, die du dir selber gibst, dass du eben diese Gefühle haben darfst, verlieren sie ihren Schrecken.

Aus diesem, Angst einflößenden Riesen, ich bin verletzt worden, kannst du mit der Zeit ein freundliches Wesen machen, zumindest aber etwas Neutrales.

Erkenne, dass du dieses Gefühl verändern kannst, indem du es anders betrachtest und nicht länger bewertest.

So bedeutet für mich Loslassen, mich befreien.

Zum Abschied sag leise lebewohl. Lass es frei. Lass die Trauer los, das Gefühl betrogen worden zu sein, das Gefühl benutzt worden zu sein… lass es los.

Es mag immer Mal wieder kommen. Die Wut, die Abwehr, der Widerstand. Du wirst lernen, sie alle zu erkennen. Du gibst ihnen nicht länger den Freischein, dich zu überrollen und Besitz von dir zu ergreifen.

Sie kommen, um zu gehen.

Wenn´s richtig wehtut – bade noch mal drin. Und dann lass es los und verzeihe!

Verzeihen bedeutet nicht, die Dinge gutzuheißen. Verzeihen schenkt dir deine innere Heilung, deinen inneren Frieden.

Wenn du vergibst, dann tust du das um deinetwillen und nicht, weil ein anderer es verdient hätte.

Immer wieder fällt man dieser Schuldfalle zum Opfer. Es lässt sich leichter mit dem Finger in eine andere Richtung zeigen, als bei sich selber zu schauen.

Hinzu kommen meistens aktuelle Auseinandersetzungen und vor allem die Meinungen von außen. Da wird aufgestachelt und die eigene Opferhaltung damit nur verstärkt.

Der mentale Kommentator, die Stimme in deinem Kopf, wird beflügelt, ihren Senf dazuzugeben. Diese Stimme ist in diesen Momenten nicht deine eigene, sondern die wiederaufbereitete Meinung anderer.

Das ist nicht hilfreich und kann im Zweifel dazu führen, dass du die Gelegenheit nutzt, den Spieß umzudrehen, um dich selber fertigzumachen.

So ist es für eine vollständige Heilung in meinen Augen unabwendbar, sich mit dem eigenen Verhalten, insbesondere sich selbst gegenüber auseinanderzusetzen. Schalte deinen mentalen Kommentator auf stumm.

Es ist immer das, was du daraus machst.

In dem Moment, in dem dir die Bedeutung dieser Aussage bewusst wird, weißt du, dass du die Dinge immer und zu jeder Zeit verändern kannst. Du entscheidest.

Lass los und verzeihe.

Fühl dich ganz herzlich umarmt.

Deine Michaela

Lass  los und lebe glücklich ist dein Onlinekurs für ein entspannteres und freies Leben. Frei von Schuldgefühlen, erfüllt mit liebevollem Vertrauen in dich selbst.

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