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Wann traust du dich, dich zu fühlen? Wie oft hast du dich schon über Selbstliebe reden hören? Wie viele Bücher hast du bereits gelesen, bist in fremde Geschichten eingetaucht, und gedacht wie schön es wäre, könntest du das auch.

Dich selbst lieben. Ohne Wenn und Aber.

Ich habe an dieser Stelle eine erste Frage an dich: Glaubst du, dass du es verdienst, dass du dich liebst?

Wie oft schon hast du vor dem Spiegel gestanden und deinen Körper angeschaut, dir ins Gesicht gesehen und gedacht: „Wenn ich erst mal xx Kilos abgenommen habe, meine Nase gerader ist, meine Brüste straffer, größer, kleiner, meine Schenkel schmaler …“„Wenn ich dies oder jenes erreicht habe, dann bin ich es wert mich selbst zu lieben.“ Und wie oft bist du gescheitert, weil du nicht bereit warst, in deine offenen Wunden zu schauen.

Sie stattdessen lieber mit einer sterilen Auflage abgedeckt und mit einem elastischen Verband verbunden hast. Vielleicht vorher noch zu getackert? Auch hier schauen wir lieber auf das, was uns im Außen angeboten wird. Auf unseren Körper, auf andere Körper, um uns zu vergleichen. Generell lieber auf andere. Weil uns unsere eigene Scham und Angst dazu treiben, persönliche Fehler durch das Aufdecken der Makel bei anderen, für uns selbst erträglicher zu machen. Wir urteilen also gnadenlos weiter und richten über andere. Letztendlich sind es immer fiese Richtersprüche gegen uns selbst.

Viel reden, wenig handeln bringt nichts in Bewegung

Wir leben in einer Zeit, in der wir Zugang zu enorm viel Wissen haben. Wir lernen viel, bilden uns weiter, bilden andere weiter und stopfen dabei fleißig mehr Informationen in unsere Köpfe. Auf das Thema Selbstliebe bezogen bedeutet das: Wenn wir keine Verbindung zu unserem Herzen haben, dann können wir das ganze aufgenommene Zeug nicht mit allen Sinnen begreifen. Nicht fühlen. Weil es dort, wo es wirklich etwas bewegen könnte, nicht ankommt.

Wissen ist mächtig, wenn wir es aber nicht anwenden, dann macht es nichts!

Selbstliebe ist ein Weg, ein Prozess, der dich dein Leben lang herausfordert. Dich an deine Grenzen führt und von dir verlangt, dass du den Mut aufbringst, nach innen zu gehen. So vermag sie es, dich über dich selbst hinauszutragen.

Deine Verletzlichkeit zu erkennen, zu umarmen und dich zu öffnen. Für dich. Nicht für andere! Sanft mit dir zu sein. Grenzen zu setzen. Für dich. Du darfst Nein sagen, dich abgrenzen, Menschen aus deinem Leben entlassen, die dir nicht guttun. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Denn auch das ist Selbstliebe.

Mitgefühl für dich entwickeln. In Verbindung mit dir selbst treten. Dich trauen, dich ganz zu fühlen, damit deine Wunden heilen können.

Vor Verletzungen können wir uns nicht schützen

Wie wollen wir uns mit allem, was wir sind, fühlen, wenn wir weiterhin darauf vertrauen, dass die Mauerfrau in uns, nur die Mauern um unser Herz weiter aufbauen und verstärken muss, damit wir sicher sind vor neuen Verwundungen?

Es ist eben dieses Mauerwerk, das uns trennt. Von uns selbst. Wir wollen unsere Verletzlichkeit verstecken und verkriechen uns in uns. Vor Verletzungen können wir uns nicht schützen. Nicht uns selbst und auch andere nicht.

Unsere Mauerfrau vermag es nicht. Andere vermögen es nicht. Und wir können auch unsere Kinder davor nicht schützen. Letzteres war eine riesige Herausforderung für mich, weil ich fast alles getan hab und weiterhin hätte, um meinen Kindern Schmerz zu ersparen.Versuchen wir das, nehmen wir uns und unseren Kindern die Chance, durch Erfahrungen zu wachsen. Über uns hinauszuwachsen. Über sich selbst hinauszuwachsen.

Das, was dann an unsere Stelle wächst, ist die Mauer um unser Herz. Wir richten uns in unserem Schmerz ein. Verfluchen ihn. Machen andere dafür verantwortlich und beschämen uns mit niederträchtigen Gedanken und Worten. Gegen uns selbst gerichtet oder gegen andere macht hier keinen Unterschied, denn es trifft immer wieder uns selbst.

Ich will doch nur nicht im Schmerz ertrinken

Wir alle erfahren Abweisung, Strafe, Liebesentzug … und lernen zunächst, dass es sich besser anfühlt, wenn man gut funktioniert. Rückblickend kann ich sagen, dass ich 48 Jahre lang gegen mich selbst gekämpft habe.

Meine Mauerfrau war meine Heldin, half sie mir doch, nicht im Schmerz zu ertrinken. Nicht nur in dem großen Schmerzen, sondern vor allem auch in den vielen kleinen Stichen, die man mir verpassen konnte, weil ich glaubte, ich sei nicht gut genug. Formulieren konnte ich das so bis dahin nicht.

Bis ich 2014 wahrhaft am Boden war. Zerstört. Innerlich leer. Alles infrage stellend, vor allem mich selbst. Ich konnte nicht mehr länger nur nachplappern, was ich bis dahin über Selbstliebe glaubte, gelernt zu haben. Ich MUSSTE handeln.

Bis dahin hatte ich viele Bücher spiritueller Lehrer gelesen. Allen voran Eckhardt Tolle, Deepak Chopra, Louise L. Hay und meine Lehrerin auf meiner Reise ins „Wachwerden“ kennengelernt. Regelmäßig an Workshops teilgenommen und viel über Selbstliebe geredet. Gerne auf andere geschaut und sehr sehr ungern in mich selbst.

Ehrlich gesagt war ich auch gar nicht in der Lage dazu, weil meine Mauern um mein Herz viel zu groß waren. Ich hatte nicht nur elastische Verbände um meine Wunden gewickelt, sondern Tonnen von Gipslagen und Panzerstahlwände darum herum errichtet. Ein Hoch auf die Mauerfrau. Sie war meine Freundin. 2014 traf ich bewusst die Wahl, mutig zu sein und meine Verletzlichkeit zu umarmen.

2015 gründete ich dieses Blog-Magazin und veröffentlichte meine ersten Artikel. Sie halfen mir, mich selbst zu sehen. Ich wollte nicht länger über Selbstliebe reden und sie dabei nicht fühlen können. Ich machte mich auf meinen Weg.

Lass uns gemeinsam wachsen

Und hier bin ich nun. Bei mir, mit mir und in mir angekommen. In tiefem Frieden und Liebe zu mir selbst. Noch immer auf dem Weg. (Die ollen Herausforderungen lungern noch immer an der ein oder anderen Ecke.)

Ich wachse weiter. Und ich lade dich ein, mit mir zu wachsen!

In meinem Buch „Für dich einstehen, steht dir gut“ nehme ich dich mit auf meine Reise. Ich mache mich nackt, um dir den Weg zu zeigen.

Es macht mich demütig und erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit, dass du jetzt hier bist und bewusst deine Wahl treffen kannst. Denn du kannst nicht mehr sagen, du hättest es nicht gewusst.

Vielleicht nicht wahrhaben wollen. Eventuell nicht den Mut. Vielleicht nicht den Glauben und das Vertrauen.

Geh mit mir. Ich bin an deiner Seite. Steh für dich ein, denn das steht dir gut!

PS. Was bedeutet Selbstliebe für dich? Ich bin neugierig. Lass mir deinen Kommentar hier.

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