Das Klagelied der immer wiederkehrenden Enttäuschungen und Selbstzweifel können wir wahrscheinlich alle singen. Kaum hast du deine Wunden geleckt und erlaubst dir wieder damit zu beginnen erneut zu vertrauen, warten auch schon die nächsten Selbstzweifel und Enttäuschungen auf dich. Kopf einziehen und ab ins Schneckenhaus. Erst mal eine Runde weinen, traurig sein und den Schmerz fühlen. Da machen wir es uns so richtig kuschelig. Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann nehmen wir erst einmal ein ausgiebiges Bad in dem grässlichen Gefühl, nicht gut genug zu sein und es nicht wert zu sein geliebt zu werden. Warum sonst sollte es immer wieder passieren?

Ich möchte dir an dieser Stelle schon einmal sagen, dass es völlig okay ist, wenn du so fühlst. Denn manchmal schenkt uns das Leben ordentlich ein. Und wenn dir das Leben die graue Brille aufsetzt, dann schmeiß sie nicht einfach weg. Schau genau hin und dann schau, was sich dahinter verbirgt. Lass es uns doch einmal gemeinsam versuchen.

Die große Traurigkeit

Vielleicht ist heute mal wieder so ein Tag, an dem es nicht hell zu werden scheint. Und im Leben scheint das manches Mal genauso zu sein. Du fühlst dich, als würde in deinem Herzen nie wieder die Sonne scheinen können. Es zerreißt dich und du beugst dich diesem Gefühl. So betten wir uns sanft in den Schoß der großen Traurigkeit, lassen uns von ihr in den Arm nehmen und vorsichtig wiegen. Eigentlich wollen wir nur von einem geliebten Menschen liebevoll in den Arm genommen werden. Wir suchen nach Verständnis, Anerkennung und Liebe, dafür sind wir bereit uns mit großer Hingabe zu verbiegen. Wir werden leise, trauen uns nicht mehr zu sagen, was wir wirklich denken und fühlen und so wächst in uns das Gefühl, nicht verstanden zu werden.

Es wächst in uns zu einem großen leeren Raum. Diesen richten wir spartanisch ein. Er wird gefüllt mit alten Verletzungen, Erinnerungen, die uns immer wieder klarzumachen versuchen, dass wir es wirklich nicht verdienen. Das wichtigste Accessoire in diesem Raum sind ausreichend Steine, die die Mauer um unser Herz bilden sollen und die große Peitsche, mit der wir uns gelegentlich selbst verhauen. Wir weinen um uns selbst. Um all die nicht gelebten Träume und die nicht genutzten Chancen. Die ganzen Ungerechtigkeiten, die uns zu verfolgen scheinen erdrücken uns.

Wenn die Selbstzweifel zuschlagen

Dann rechtfertige dich nicht länger. Du glaubst, du müsstest dich erklären. Wahrscheinlich, weil du unsicher bist, ob du das Richtige getan hast. Manchmal wollen wir einfach nur Verständnis und die Bestätigung, dass wir gut sind. Und dann reden wir uns um Kopf und Kragen. Damit verstärken wir unsere innere Zerrissenheit und machen uns abhängig von der Meinung anderer. Bedenke: Wer läuft in deinen Schuhen? Und Entscheidungen können wir immer wieder neu treffen, ganz ohne Erklärung und Rechtfertigung.

Schau mit Liebe auf dich und sei mitfühlend mit dir selbst. Es hilft dir nicht, wenn du dich selbst verhaust und ändern tut es auch nichts. Rechtfertige dich nicht! Deine Liebsten brauchen es nicht und die, die dir nicht gut gesonnen sind, werden dir so oder so nicht glauben. Such dich also nicht da, wo du anderen gefallen könntest.

Öffne dich

Öffne dich für die vielen Gelegenheiten in deinem Leben. Für all die Möglichkeiten, die sich dir bieten. Manchmal ist es in unseren Köpfen einfach zu laut und wir können den Zauber des wundervollen Flüsterns unserer Seele nicht hören. Wir sind die Meister unseres eigenen Lebens, unserer Realitäten, und das Universum schenkt uns, was wir von ihm erbitten. Wenn wir also unsere Aufmerksamkeit darauf richten, was wir wollen, setzen wir unsere Absichten, alles in unserem Leben zu orchestrieren, um uns zu helfen, unsere Ziele zu erreichen. Wenn wir auf diese Weise empfänglich werden, wird sich die Kraft des Universums für uns öffnen, um jeden einzelnen unserer Schritte zu unterstützen.

Die Stille der Gegenwärtigkeit wird dich anleiten zu hören, was deine Seele und dein Herz erbitten und dich erkennen lassen, dass alles bereits in dir ist. Du bist reine Liebe. Es tut gut, wenn wir in die Stille gehen und unseren Verstand beruhigen, der inmitten des ganzen Geschwätzes die Vernunft verliert. Es kräftigt uns, wenn wir uns selbst vergeben und wir loslassen können. Und es fühlt sich großartig an, ein Ausdruck der Liebe in dieser Welt zu sein.

Es wird Momente geben, in denen du alles anzweifelst

Momente, in denen dein innerer Widerstand so groß wird, dass du dich kaum traust, an dich zu glauben. Ich kenne diese Momente. Ich habe mich lange Jahre meines Lebens mit Selbstzweifeln gequält, mich immer wieder komplett infrage gestellt. Ich habe mich niedergemacht, emporgehoben, um mich im nächsten Augenblick wieder fallen zu lassen. Und ich fühlte mich oft falsch, als wäre ich zur falschen Zeit am falschen Ort. All die Energien um mich herum haben mich manchmal zerquetscht, sodass ich kaum mehr atmen konnte. Und oftmals habe ich nicht verstanden, warum denn die anderen Menschen das nicht fühlen. Ich habe nicht verstanden, warum sich Menschen gegenseitig nicht nur das Leben schwer machen, sondern regelrecht bekämpfen.

Ich habe meine ganzen Selbstzweifel mit Arbeit kompensiert und den Rest meiner Zeit damit verbracht, es anderen recht zu machen. Das alles nur, um nur einmal das Gefühl zu haben, ich sei gut genug und vor allem richtig im Kopf. Aber das Gefühl kam nicht. Bis zu dem Tag an dem ich angefangen haben, ehrlich mit mir zu sein und mir erlaubt habe, auch schlechte Momente zu haben. Bis mir klar wurde, ich muss nicht immer funktionieren. Ich darf einfach sein. In diesem Moment habe ich die Liebe in mir gefunden. So überwältigend, dass sie sich nicht nur in mir ausgedehnt hat, sondern ich sie teilen konnte. Seitdem heile ich, jeden Tag ein kleines Stück mehr.

Ich will diesen Gedanken nicht

Und er schreit dich an. Diese doofen Gedanken und mit ihnen der Selbstzweifel kommen einfach immer wieder. Es ist ein Gefühl, als platzt dir der Schädel und du gleich mit. Vielleicht kriecht eine tiefe Wut hoch, vielleicht ist es die große Traurigkeit. Aber es gibt einen Ausweg. Wann auch immer dich diese entsetzlichen Augenblicke erwischen, du kannst da raus! Wenn es in dir brüllt, du das Gefühl hast, es wird dir die Luft zum Atmen genommen, dann mache Folgendes:

Ich will diesen Gedanken nicht. Stattdessen wähle ich …

… ich bin es wert, geliebt zu werden

… Liebe, Vertrauen und den festen Glauben an mich und meine Fähigkeiten

… Wohlstand, Reichtum und Sicherheit

Ganz gleich, in welchem gedanklichen Horrorstreifen du dich gerade befindest, du kannst ihn mit diesem kleinen Hilfsmittel beenden. Wenn auch zu Beginn nur für einen kleinen Augenblick, wiederhole es einfach immer wieder. Du wirst sehen, es verändert sich etwas in dir. Du wirst kraftvoller, achtsamer und liebevoller mit dir selbst werden. Es lohnt sich so sehr!

Raus aus dem Horrorstreifen

Hast du jemals gedacht, dass etwas eine Wahrheit oder Realität ist und später erkannt, dass dein Verstand dieses Szenario vollständig erstellt hat? Das Drehbuch frei erfunden und dieser Film hätte Potenzial für einen echten Horrorstreifen. Also ich kenne auch das noch ganz gut. In Gedanken malt man sich eine Situation aus. Leider vergisst man dabei die bunten Farben und malt stattdessen schwarz-weiß. Ganz dumm läuft es, wenn du diese Geschichten mit ins Bett nimmst, dann auch noch schlecht schläfst, davon träumst und am nächsten Morgen mit genau dieser Geschichte wach wirst. Das Aufstehen erfordert dann schon so viel Energie, dass man am liebsten die Decke wieder über den Kopf ziehen möchte und liegen bleiben will.

Und hier mein Geheimtipp:
Beobachte deinen Verstand. Werde Zeuge der Dreharbeiten, aber bleibe nicht länger die Hauptdarstellerin. Egal wie lange dieses bewusste Beobachten dauert – fünf oder 10 Sekunden oder eine Minute – es schafft ein wenig Abstand und vor allem Raum in dir, der dir zu erkennen hilft, dass du nicht diese Geschichte bist. Ich schaffe mir mit meinen täglichen 5-Minuten-Dates mit mir selbst regelmäßig Raum. Egal ob bei einem Spaziergang, auf dem Spielplatz (wer sagt, der sei nur für Kinder und wer sagt, ich sei kein Kind ?), in der Badewanne, singend unter der Dusche oder mit einer Meditation. Ich mach´s einfach.

Hinter dem Selbstzweifel wartet die Freiheit – also mach den ersten Schritt. Lass uns gemeinsam dem Selbstzweifel den Garaus machen. Machst du mit? Schreib mir von deinem letzten 5-Minuten-Date und inspiriere mich und die anderen wundervollen Frauen hier.

Photo: © soft_light

(Beispiele, Hinweise: Datenschutz, Analyse, Widerruf)

Verschenke keine Sekunde mehr, melde dich zum Newsletter an und sei jetzt dabei!