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Schließe Frieden mit dir

Schmeiß die Peitsche weg und schließe Frieden mit der Dramaqueen in dir, die ständig alles kommentiert, bewertet, dich korrigieren will und dich auf Fehler hinzuweisen versucht. Die Dramaqueen hat für alles einen Schuldigen, zur Not bist du es eben selbst. Ich weiß nicht ob, und wie oft du Bekanntschaft mit deiner Dramaqueen machst, es ist auf jeden Fall an der Zeit, dass du Frieden mit ihr schließt. Nichts denken, nicht bewerten, nicht die Schuld irgendwo suchen ist gar nicht so leicht. Da wirst du mir sicher zustimmen. Egal was wir tun, unsere Denkmaschine läuft nicht nur mit, sondern oft genug auch im Alleingang und im Vollautomatikmodus.

Wir sind nicht unsere Geschichten, unsere Dramen oder unsere Fehler. Wir sind Liebe.

Und dennoch bedienen wir uns fleißig weiter an der großen Kiste, auf der in dicken Buchstaben „Vergangenheit“ steht und auf welcher  „Nix mehr dran zu rütteln“  in Geheimschrift aufgedruckt ist. Direkt daneben steht die große Überraschungskiste, mit dem fetten Aufdruck „Zukunft“. Das Kleingedruckte überlesen wir gerne, es wäre einfach zu müßig, sich damit auch noch beschäftigen zu müssen. Im Kleingedruckten steht: „Denke nicht so oft an das, was sein könnte, sondern an das, was ist und mach was daraus.“ Die dritte Kiste ist nicht ganz so groß und auf dieser Wunderkiste steht in Schönschrift „Jetzt“. Diese schnuckelige Kiste ist besetzt von deiner Dramaqueen und die will dich da absolut nicht ranlassen.

Wir sind alle unschuldige, verwundete Kinder

Unser Verstand wird nicht müde, uns immer wieder in alte Muster zu locken. Das löst bei uns das Gefühl aus, wir könnten nicht da raus und das müsste so sein. Unser Leid beginnt mit der Art und Weise, wie wir mit der Situation umgehen und da wir fast alle Weltmeister im Festhalten sind, leiden wir eben weiter. Es sind die Geschichten, die du dir erzählst, die dich wütend, ängstlich oder traurig machen. Es plappert unaufhörlich in deinem Kopf. Die Dramaqueen flüstert dir ständig ins Ohr, wie du die Situationen, Dinge und Menschen bewerten sollst. Und genau das macht dich unglücklich.

Wir sind alle unschuldige, verwundete Kinder, die in ihrem Leben viele Herausforderungen hatten. Unabhängig von dem sozialen Stand oder dem familiären Hintergrund. Niemand geht, ohne Wunden zu erleiden durchs Leben. Und tatsächlich sind es unsere Wunden, die uns lernen lassen und uns Weisheit schenken. Das erkennen wir selten in dem Augenblick der Verletzung. Wenn wir aber mutig genug sind, die Wunden anzuschauen, beginnt wirkliche Heilung. Der Sufi-Mystiker und Gelehrte Rumi sagt: „Die Wunde ist der Ort, wo das Licht in dich eintritt.“ Und ein kleines Licht reicht. Es wird die Liebe in dir zum Leuchten bringen und du kannst diese Liebe in die Welt hinaustragen.

Die Welt im Liveticker

Die Welt im Liveticker auf den Social Media Plattformen wird brav wiedergekäut, in alle Einzelheiten zerlegt und liegt dann wie ein schwerer Kloß im Hirn. Sie macht uns glauben, dass alles mehr geworden ist und noch immer mehr wird. Viel zu oft konzentrieren wir uns auf die Nachrichten und fetten Schlagzeilen. Diese machen wir zu unseren eigenen Erlebnissen. Wir geben ihnen Form und Identität und nehmen so Negativ mehr und öfter wahr, als Positiv. An dem Negativen halten wir fest, den schönen Sonnenuntergang haben wir schnell wieder vergessen. Anstatt uns an diesem, live so richtig sattzusehen, ihn mit jeder Faser unseres Seins zu fühlen, die Gedanken dabei abzuschalten, machen wir lieber schnell ein Foto davon.

In Gesprächen mit unseren Freunden, Familie, Kollegen, tauschen wir überwiegend negative Erlebnisse aus. Daran beißt sich die Menschheit fest, es lebe das Drama. Sollte es gerade keins geben, dann machen wir es eben selbst. Abschalten? Keine Chance. Hier ist der Haken an der Sache. Das Ding wird zum Selbstläufer. Je mehr wir wiederkäuen, umso mehr ziehen wir ähnliche Situationen in unser Leben. Unsere Entschuldigung heißt: Ich kann nicht anders. Meine Gedanken wollen sich nicht beruhigen. Meditation? Um Himmels willen, dafür habe ich keine Zeit. Ich muss noch so viel denken und erledigen und mich ärgern und für andere da sein und mich kümmern und …

Das verfälschte Bild über uns selbst

Über die Medien erhalten wir ein verfälschtes Bild von uns selbst. Wir kreieren es sogar mit. Morgens geht der erste Blick aufs Handy, kurz Facebook und Co checken. Hier wird der Welt eine Person präsentiert, die unser Ego gerne sehen möchte. Wir dürfen der realen Welt entfliehen und machen uns hübsch fürs Netz. Das ist einfach zu verlockend. Früher haben wir noch Prinzessin in der heilen Welt gespielt, heute basteln und feilen wir an unserem Social Media Profil. Wir glauben, was wir sehen. Und genauso funktioniert leider auch diese Welt im Netz.

Du darfst eben nur nicht alles glauben, was dir dort präsentiert wird. Nicht und niemals ungefiltert konsumieren und für bare Münze nehmen. Hand aufs Herz, wann hast du das letzte Mal neidisch auf einen vielversprechenden Post aus deinem persönlichen Umfeld geschaut. Schon wieder Urlaub, tolle Freunde, schöne Erlebnisse, gutes Essen, neues Auto, neue Wohnung, neuer Job, was wir dort nicht so alles erfahren. Das ist doch ein super Futter für unseren Minderwert.

Das Mangeldenken

Während die Menschheit weiter ihren Narzissmus über die Social Media Welt auslebt, fühlst du dich schlecht. Mangel macht sich breit, weil du nicht aussiehst, hast oder erlebst, was andere posten. Und so ist dann das medial kreierte Image eine Ursache des menschlichen Leidens. Im ständigen Konflikt leben mit: Wer bin ich? Mit wem bin ich? Wie sollte es sein und wie ist es?, ist anstrengend. Es entstehen zu viele Lücken und in diesen Lücken entsteht Leid. Deine Dramaqueen bedient sich der Meinung anderer, deiner Erinnerungen, und bereitet beides sorgfältig für dich wieder auf.  Du erinnerst dich? Das Wiederkäuen schickt dir gerade Grüße.

Schließe Frieden mit dir. Heile deine Beziehung mit dem gegenwärtigen Augenblick. Kein Widerstand sondern Annahme. Denke daran, die große Kiste, auf der in dicken Buchstaben „Vergangenheit“ steht, kannst du nicht mehr verändern. Schau dir noch mal die Geheimschrift an, da steht noch immer: „Nix mehr dran zu rütteln!“  Neue Erfahrungen machen, bedeutet im Zweifel auch Fehler zu machen. Das darfst du, denn daran wirst du wachsen. Einen Fehler kann man korrigieren. Du kannst die Richtung ändern, neue Wege gehen und die Schau der Liebe wählen.

Mit der nächsten lautstarken Wortmeldung deiner Dramaqueen, nimm sie liebevoll in den Arm. Mach ihr klar, dass du weißt, was sie dir mitteilen will und das du dankbar dafür bist. Entlasse sie dann mit den Worten: „Ich brauche dich im Moment nicht.“ Gegen sie kämpfen, macht sie nur stärker. Mach sie zu deiner Freundin und lehre sie das Schweigen.

Meine Einladung

Vor ein paar Tagen habe ich dich eingeladen, dieses Jahr mit mir gemeinsam zu beginnen, dich darin zu üben, weniger zu urteilen und zu bewerten. Dabei geht es nicht nur darum, dich selbst weniger zu verurteilen, sondern auch die geliebten Menschen in deinem Umfeld, dort sein zu lassen, wo sie sind. Vertraue, dass jeder auf seinem eigenen Weg ist, mit eigenen Herausforderungen und in seinem eigenen Tempo. Deine Lieben mögen nicht immer deine Meinung teilen, nicht immer an das glauben, woran du glaubst oder deine Träume teilen, aber das spielt auch gar keine Rolle. Es ist nicht wichtig.

Bleib du deinen Träumen, Visionen und dem, woran du glaubst treu und das Universum wird sich um den Rest kümmern. Vertraue darauf, dass du, wenn du im Geist gesünder und heiler wirst, jeden, den du triffst, erheben wirst. Deine Familie, Freunde und jeder in deinem Leben wird von deinem Wachstum profitieren. Glaub an dich, bleib deinem Weg treu und teile deine Liebe.

Liebe mehr, vergebe leichter, höre mehr zu, geh mehr in die Stille, lächle mehr und lache lauter, gebe viel und nimm in Dankbarkeit. Stell dir vor, alle Menschen würden das bedingungslos miteinander teilen. Wie viel liebevoller wäre diese Welt. Lass uns gemeinsam diese liebevolle Welt erschaffen und aufeinander achten, einander geben und zueinander ja sagen. Lass uns gemeinsam in Liebe leuchten und Wunder geschehen lassen.

Photo: © cristina_conti Fotolia