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Unser schlechtes Gewissen ist wie die Metropolen dieser Welt, es schläft nie! Es lässt uns dauernd schuldig fühlen. Gegenüber uns selbst, unserem Partner, unseren Kindern, unseren Eltern, unserem Chef, den Kollegen, unserer besten Freundin … und scheut sich nicht davor schwere Geschütze aufzufahren. Ganz gleich, was du auch tust, es scheint noch immer nicht genug und vor allem nicht gut genug. Haushalt, Job, Kinder, Garten, Fitness, Ehrenamt, Figur und Aussehen, wir sind meistens ständig bemüht, es allen recht zu machen und für andere zu sorgen. Wir steigern unsere Leistungen ins schier unermessliche, alles wird optimiert, höher, schneller, besser, weißer, sauberer, leckerer, hygienischer, oft ohne Rücksicht auf uns selbst.

Wir Frauen sind ja eher die Kümmerinnen. Weil ich hier aber nicht für alle sprechen möchte, sage ich: Ich bin eine Kümmerin (das hätte bis vor einigen Jahren noch mein Zweitname sein können). Und vielleicht findest du dich selbst in einem Teil von mir wieder, kannst ganz entspannt den Artikel lesen und schaust, wie ich da rausgekommen bin. 

Die Kümmerin

Sie kümmert sich um die Familie, um Menschen in ihrem Umfeld, um alle Menschen, denen sie einen Platz in ihrem Herzen einräumt und manchmal um die Menschen, die ihr zufällig über den Weg laufen. Ungefragt versteht sich.  Aufopferungsvoll managt sie ihre Familie, arbeitet fleißig in ihrem Job und logo ist da auch noch Zeit für das ein oder andere Ehrenamt. Um die wichtigste Person in ihrem Leben kümmert sie sich eher nicht. Sich selbst. Bis sie verkümmert. Innerlich verkümmert. Kümmern liegt nah am Kummer, denn wenn sie sich zu viel um andere sorgt, dann entsteht in ihr ein stiller Kummer. Der Kummer schlich sich langsam in sie rein. Sie erkannte ihn nicht. Er kam gerne in der Form des schlechten Gewissens. Immer wieder dann, wenn sie glaubte, sich nicht genug um die anderen gekümmert zu haben, es eventuell noch besser hätte machen können.

Wenn sie sich nicht genug verbogen hatte, nicht genug angepasst hatte, nicht ausreichend die Wünsche der anderen in den Vordergrund gestellt hatte, sondern tatsächlich mal eine Auszeit für sich selber genommen hatte. Und wenn es nur der Gedanke daran war, sie könne das alles nicht mehr ertragen, sie bräuchte Zeit für sich, puckerte in ihrem Hinterkopf das Pflichtenheft. Eigentlich müsstest du jetzt dies, eigentlich müsstest du jetzt das.

Schlechtes Gewissen?

Oder Dauerzustand? Es fällt uns unendlich schwer, selbst zu entscheiden, was wir wünschen und wir geben lieber klein bei, anstatt deutlich auszusprechen, was für uns gut ist und welche Kompromisse eventuell akzeptabel sind. Unser schlechtes Gewissen ist dabei so etwas, wie der innere Moralapostel, so weit, so gut. Im Laufe des Lebens werden wir mit Regeln, Grenzen und Werten aus der jeweiligen Kultur, in der wir aufwachsen, belebt und großzügig gefüttert.

Wie ein Vogeljunges, welches im Nestchen sitzt, darauf wartet, dass die Eltern zurückkommen und den Schlund füllen, um den Hunger zu vertreiben, scheinen wir uns vollstopfen zu lassen mit allem, was der Benimmbibel recht und teuer ist. Wir sollen lernen, was richtig und falsch ist und daraus ableiten, wie wir uns am besten verhalten sollen. Dumm nur, wenn wir unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstliebe* irgendwo auf dem Ritt durchs Leben am Wegesrand liegen lassen und uns im Bewertungs- und Urteilsdschungel verlieren. Wenn wir uns festfahren in dem Glauben, die Erwartungen der anderen an uns seien unverhandelbar und müssten erfüllt werden. Und unsere Erwartungen an uns selbst so hoch schrauben, dass wir, selbst als Superheldin eines Marvel-Films, Hilfe bräuchten. Vielleicht würde uns Superman sogar den Vogel zeigen und ganz lässig zu uns sagen: „Baby, lass mal gut sein.“

 

Frei und selbstbestimmt?

Gerne behaupten wir, dass wir frei uns selbstbestimmt sind. Tatsächlich jonglieren wir täglich mit unserem Pflichtenheft in der Hand und stolpern über unser schlechtes Gewissen. Wir befüllen unsere To-do-Listen, als hätten wir 10 Leben und keines davon ist unser eigenes. Abends fallen wir erschöpft ins Bett. An Schlaf ist nicht zu denken, denn wir hängen ja noch in unserem schlechten Gewissen fest. Vielleicht kullern ein paar Tränen der Wut, vielleicht aber auch die der Erschöpfung oder die Tränen der Mir-ist-alles-zuviel-und-ich-mache-es-sowieso-nie-richtig-Selbstmitleidskollegin in unserem Kopf.

Wir flüchten uns in unsere Träume, in der Hoffnung, dass wir dort ein wenig Entspannung finden. Weit gefehlt, denn sie geistert auch durch unsere Träume, die To-do-Liste, angefeuert vom schlechten Gewissen und rattert die ganze Nacht in unserem Schädel. Noch bevor wir richtig wach sind, erscheint das erste Neonschild vor unserem geistigen Auge. Mit der Aufschrift: Du musst heute unbedingt … Frei und selbstbestimmt? Dass ich nicht lache.

Der Vorwurf – ein treuer Begleiter des schlechten Gewissen

Wer ein schlechtes Gewissen hat, verurteilt gerne das eigene Handeln. Man zweifelt an seinen eigenen Fähigkeiten und Entscheidungen und alles wird auf die Goldwaage gelegt und sich sehr zu Herzen genommen. Wir setzen uns unter Druck. Das schlechte Gewissen will bereinigt werden. So schnell wie möglich. Und unter Druck handeln wir vorschnell. Damit schaffen wir viel Raum für weitere Vorwürfe – gegen uns selbst versteht sich.

Wir haben Sorge, dass andere schlecht von uns denken könnten und wollen zeigen, dass wir es drauf haben. Dass wir gut sind. Treiben wir es auf die Spitze, dann trauen wir unserem eigenen Urteilsvermögen nicht mehr über den Weg und lassen uns vom schlechten Gewissen antreiben. Vielleicht noch schnell eine kleine Notlüge, weil wir Omas Geburtstag vergessen haben. Was uns dabei entgeht, ist, dass wir in erster Linie uns selbst belügen, weil wir nicht zu uns stehen.

Jetzt gehen wir deinem schlechten Gewissen an den Kragen

Lass die Probleme da, wo sie sind, bei denen, die sich damit rumschlagen, und mach sie nicht zu deinen eigenen. Das habe ich mir unendliche Male selber sagen müssen.

Mach dir klar, dass du nicht perfekt sein musst. Niemand muss das und niemand ist das. Wir sind Menschen und Menschen sind nicht perfekt. Immer an alles zu denken. Allen gerecht werden. Meinst du nicht, dass das ein wenig viel verlangt ist? Die Welt dreht sich auch ohne uns. Mach Schluss mit dem überzogenen Verantwortungsgefühl. Hach, das ist mein Lieblingsthema, denn das war meine größte Herausforderung. Ich habe 40 Jahre gebraucht, dass zu erkennen, benennen zu können, es mir so richtig bewusst zu machen und es auszusprechen. Nur durch diesen Prozess bin ich schließlich in der Lage gewesen, mein überzogenes Verantwortungsgefühl loszulassen.

Michi macht das schon – die Kurzversion

Als Mädchen habe ich mich extrem für meine Geschwister und meine Mama verantwortlich gefühlt. Zwischen meinen Eltern lief es nicht so wirklich rund und in meiner Harmoniesucht wollte ich es meiner Ma und meinen Brüdern ganz besonders recht machen. Nein sagen habe ich mir nicht erlaubt und so brauchte auch niemand ein Ja von mir einfordern. Es kam ganz automatisch über meine Lippen.

In meinem Job konnte ich schlecht delegieren, schließlich fühlte ich mich dafür verantwortlich, dass der Laden läuft. Damit war klar, dass ich rund um die Uhr erreichbar war und logisch habe ich meine Mails auch am späten Abend noch gelesen und beantwortet. Das alles hat dazu geführt, dass mein Umfeld sich daran gewöhnt hat und weil Michi das schon macht, hat man das auch gerne in Anspruch genommen. In meinem stillen Kämmerlein habe ich das leise bejammert, mich bejammert, die anderen heimlich verflucht, weil sie immer alles auf mich abwälzten und für mich zu diesem Zeitpunkt ganz offensichtlich unfähig waren, das selber zu rocken. Das hat mir viele Wutbälle in den Bauch getrieben, weil ich nicht verstanden habe, dass ich selbst der Auslöser für meine Misere war.

Nach der Trennung von meinem Mann hatte ich ein schrecklich schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber. Ich glaubte, ich müsste den Vater ersetzen. Schließlich hatte ich böse, böse Frau ihnen den auch genommen. Über die Krisen, in die ich mich dadurch selbst gestürzt habe, könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Eines ist mir jedoch irgendwann klar geworden: Versklavt habe ich mich selbst und mit dieser Erkenntnis habe ich die Tür geöffnet und konnte mich davon befreien.

Ich lade dich ein …

… in den Spiegel zu schauen, und zwar nicht in den, der dir immer sagt, dass du nicht gut genug bist, dass noch irgendwas an dir nicht in Ordnung ist, das du nicht okay bist, das dir noch was fehlt. Dass du unbedingt noch irgendwas brauchst, bevor du wirklich vollständig und gut sein kannst. Dass du nicht gesehen wirst, nicht gehört wirst, dass niemand dich liebt und du dich sowieso nicht.

Sondern in den Spiegel, der dir die Frau zeigt, die du wirklich bist. Wie wundervoll du bist. Was für ein leuchtendes, strahlendes, vollständiges und wundervolles Wesen du bist. Und genau in diesen Spiegel wollen wir ab jetzt gemeinsam schauen. Wir sind so viel mehr, als das, was man uns erzählt und was wir uns selbst erzählen, das wir sind! Lass die alte Geschichte, die dir immer wieder erzählt wurde langsam los. Beginne deine eigene Geschichte zu schreiben und leb voll drauf los! Du kannst nicht das sein, was du wahrhaftig bist, wenn du an dem festhältst, was du glaubst sein zu müssen.

Alles ist bereits in dir!

Du kannst es nur viel zu oft nicht sehen. Und weil du es nicht sehen kannst, glaubst du und fühlst du nicht, dass es so ist. Denn so tickt unser Verstand, der jenseits der Vernunft und unseres Seins liegt. Was der Verstand nicht sehen kann, das kann er nicht glauben und schon gar nicht fühlen. Er sucht nach Beweisen und beweist sich doch immer nur selbst, dass er recht hat. So übertönt die Stimme in unserem Kopf die Sprache unseres Herzens und erklärt uns auf ihre rechthaberische Weise, dass wir nicht gut genug sind.

Sich selbst fühlen und mit der Schau der Liebe zu betrachten macht uns zu bewussten Wesen. Es eröffnet uns völlig neue Sichtweisen und führt uns auf eine Ebene, auf der alles möglich ist. Sich selbst lieben führt uns in eine harmonische Beziehung mit uns selbst und das ist die Grundvoraussetzung für jede andere Beziehung. Und das Ende des übertriebenen, schlechten Gewissen.

 

 

(Beispiele, Hinweise: Datenschutz, Analyse, Widerruf)

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