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Wenn der Zweifel kommt und den Minderwert füttert.

Genau in diesem Moment beginnt die Party in meinem Kopf. Die Hauptdarsteller: Mister Minderwert und Mister Zweifel. Völlig ungeniert und ohne ausdrückliche Einladung meinerseits, nisten sie sich ein und benehmen sich dabei sehr rüpelhaft. Während Mister Minderwert ständig an mir rumnörgelt: „Du bist zu dick. Dein Busen ist zu klein. Du kriegst auch wirklich gar nichts auf die Reihe. Das hast du nicht verdient. Du hast zwei linke Hände …“, wird Mister Zweifel aktiv, wenn ich gerade dabei bin, mich zu berappeln: „Bist du dir sicher, dass du das kannst? Willst du das nicht lieber sein lassen? Denk mal nach, warum solltest ausgerechnet du Glück haben?“

Unter normalen Umständen, auf einer normalen Party, würde ich die beiden ungebetenen Gäste einfach rausschmeißen. Mit diesen beiden Akteuren scheint das jedoch nicht immer so leicht zu sein. Die gute Nachricht: Wir werden nicht mit Mister Minderwert und Mister Zweifel geboren. Das bedeutet, wir haben gute Chancen, diese beiden wieder loszuwerden.

Achtsamkeit, Anerkennung und Lob.

Wenn wir klein sind, dann werden wir im Idealfall bestaunt, bewundert, geliebt und gelobt. Werden wir dann etwas größer, dann kommen die ersten Einschränkungen von außen. Wir lernen also, dass nicht alles toll ist, was wir machen. Grundsätzlich ist ja daran auch nichts verwerflich. Genau so lange nicht, wie es uns helfen soll, achtsam zu sein im Umgang mit uns selbst und unseren Mitmenschen.

Schaue ich mich mal so um, dann scheinen die meisten Menschen mit dem Thema Achtsamkeit nicht viel anfangen zu können. Da wird aufeinander rumgehackt, gemobbt und gemogelt. Es werden Bedürfnisse verwechselt und so findet man den Wunsch nach Anpassung viel weiter oben in der Liste, als die Achtsamkeit, die Anerkennung und das Lob.

Frei nach dem Motto: Du musst deinen Job nicht lieben, du musst ihn nur machen. Du musst dein Leben nicht lieben, du musst nur funktionieren.

Wie mein Elend seinen Lauf nahm

Meine erstes ernsthaftes Treffen mit Mister Minderwert und Mister Zweifel. Bei mir war es eine Erfahrung in meinem Leben, die mich mit diesen beiden „Freunden“ bekannt gemacht hat. Als ich 1989 mit 22 Jahren schwanger wurde, gerade frisch getrennt von meinem damaligen Freund, nahm mein „Elend“ seinen Lauf. Ich war nicht normal, eben anders, nicht vollständig, eben keine vollständige Familie.

Einen kleinen Teil dieser Geschichte meines Lebens kannst du hier nachlesen. Hinzukam, dass ich als Frau und junge Mutter, für die Chefetagen ganz offensichtlich eine Aussätzige war. Plötzlich bist du nur noch als Halbtagskraft interessant und das am besten auf 450 Eurobasis. Der Arbeitgeber will ja schließlich kein Risiko eingehen. Schließlich kannst du ja dann auch noch einen Teil der Arbeit mit nach Hause nehmen und das dort erledigen, natürlich unentgeltlich!

Ich musste aber meine kleine Familie ernähren. Das alles nagt am Selbstwertgefühl und lässt uns dann minderwertig fühlen. Es fühlt sich an, als wenn wir getrennt sind, von uns selbst, einfach leer. Es passiert also irgendwie auf unserem Weg durchs Leben. Wir scheinen diese komischen Gefühle einzuladen und schenken ihnen Beachtung und unsere Aufmerksamkeit.

Dadurch machen wir sie stark und geben ihnen Raum, in uns zu wirken. Wir verbinden das von uns erwünschte Verhalten mit dem Wert unserer eigenen Person. Erfüllen wir nicht, die an uns gestellten Erwartungen und sind es „nur“ die eigenen, dann geht die Party los. Hast du erst gelernt, deinen Selbstwert von anderen abhängig zu machen, dann ist das der perfekte Nährboden für Mister Minderwert und seinen Freund, Mister Zweifel.

24/7 und völlig hemmungslos

Ich habe dann damals begonnen, neben meinem Halbtagsjob und einem Kellnerjob, noch ein zweites Standbein in der Selbstständigkeit aufzubauen. Ich wurde schnell erfolgreich, konnte meinen festen Job kündigen, das Kellnern aufgeben und dennoch war ich voller Selbstzweifel und fand mich nicht wirklich toll.

Ich habe 24/7 gearbeitet, in meiner Selbstständigkeit und meiner Rolle als Ehefrau und Mutter. Ich habe zusätzlich ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen gearbeitet. Das alles, um zu beweisen, dass ich was kann, das ich etwas wert bin. Ich mochte mich nicht, ich fand mich nicht gut genug und ich mochte meinen Körper nicht. So habe ich sogar mit Kleidergröße 34 einen Badeanzug getragen, weil ich meinen Bauch hässlich und dick fand. Heute trage ich Größe 38/40 und finde mich auch im Bikini schön. Den Weg zu mir, den habe ich mir selber schwer gemacht, aber ich habe es geschafft und ihn mir selber erarbeitet.

Wie habe ich das geschafft?

Es hat lange gedauert, bis ich erkannt habe, dass ich gar keine eigenen Ziele verfolge. Meine Bestätigung habe ich nur im Außen gesucht. Ich bekam Bewunderung und Anerkennung von den Seminarteilnehmern, viel positives Feedback von den Menschen, mit denen ich gearbeitet habe. Das alles hat mich gar nicht befriedigt.

Ausgiebige Shoppingtouren gehörten ebenso zu meiner Sucht nach Bestätigung und selbst die haben mich nur kurzfristig beglückt und dann musste etwas Neues her. Ich war innerlich irgendwie komplett getrennt. Mein Herz und mein Kopf haben nicht miteinander kommuniziert, denn dazwischen saßen ja die beiden Herren in meinem Kopf. Die Menschen, die mich von außen betrachtet haben, sahen eine komplett andere Frau, als die, die ich innen war.

Als ich das erste Mal mit meiner Mutter über meinen Minderwert gesprochen habe, da hat sie mich nur angeschaut und gesagt: „Michi, das hätte ich nie für möglich gehalten. Du bist so stark. Du hast so viel erreicht in deinem Leben. Du bist erfolgreich. Du hast zwei tolle Kinder in ihr Leben begleitet …“

Warum erzähle ich dir das jetzt hier?

Was ich schaffe, das schaffst auch du. Ich möchte dir zeigen, dass du nicht alleine bist, wenn du dich nicht wertvoll findest. Das fühlen viele Menschen so, aber entweder sie spielen ihre Rolle gut, so wie ich bis vor einiger Zeit, oder sie haben sich ihrem Zweifel und Minderwert ergeben. Man erkennt vielleicht sogar ihr Opferverhalten, aber sprechen tun alle einfach nicht darüber.

Zum einen, weil sie es noch gar nicht formulieren können, aus Scham, aus dem Gefühl heraus, dass sie sowieso alles nicht verdient haben, zum anderen, weil sie einfach Angst haben. Eine ganz wichtige Botschaft an dich: Vergleiche dich nicht mit anderen. Du kennst nicht ihr Leben, du siehst nur das Außen.

Jeder hat seine Challenge im Leben

Und jeder geht unterschiedlich damit um. Es gibt kein besser, oder schlechter. Du wirst als liebevoller, liebenswerter und wertvoller Mensch geboren. Das ist die Wahrheit über dich und daran hat sich seit deiner Geburt nichts geändert. Du musst keine Höchstleistungen vollbringen, nicht hart an dir arbeiten, dich nicht verbessern, um ein besserer und wertvollerer Mensch zu werden.

Wir alle haben unsere Stärken und unsere Schwächen. Finde sie heraus und dann versuche es mit meinem Leitspruch: Die Stärken, stärken und die Schwächen akzeptieren. Ich muss nicht alles können, ich muss nur jemanden kennen, der das kann, was ich nicht kann.

Selbstwertgefühl kann man nicht an der Ladentheke kaufen.

Du kannst es nicht mit übermäßig viel Arbeit kompensieren. Du bekommst es auch nicht, wenn du dich als Everybody´s Darling anbietest. Sich selbst wertvoll fühlen beginnt immer damit, sich so anzunehmen, wie man ist. Das ist dann auch schon der schwerste Teil. Für mich ist dieser Schritt, die Basis für alle folgenden.

Wenn ich weiß, wer ich bin und das ich wertvoll bin, dann kann ich mich besser abgrenzen und mir klar werden über meine eigenen Ziele. Stelle keine Bedingungen an dein Gefühl, dich selbst zu mögen und steige aus der Wenn-Dann-Falle aus.

  • Wenn ich 10 kg abgenommen habe, dann bin ich mit mir zufrieden.
  • Wenn ich mein Studium geschafft habe, dann bin ich etwas wert.
  • Wenn ich mehr Geld habe, dann bin ich glücklich.

So funktioniert das nicht, so kommst du niemals bei dir an.

Liebe, auch die Selbstliebe, stellt keine Bedingungen. Liebe ist einfach.

Du fühlst dich unwohl, bist unglücklich und willst etwas verändern, dann tue es. Dafür solltest du bereit sein deine Komfortzone zu verlassen. Du hast jederzeit die Wahl, du kannst dich jederzeit für ein glückliches Leben entscheiden. Auf diesem Weg lernst du dann, das Loslassen und Verantwortung für dich zu übernehmen. Ich sage nicht, dass es immer leicht ist. Es ist aber der lohnendste Weg, den du gehen kannst.

Am Ende des Weges wartet die Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben und unendliche Liebe auf dich. Dafür gehe ich diesen, meinen Weg und wenn ich es schaffe nur ein oder zwei Menschen auf ihren eigenen Weg zu führen, dann habe ich wirklich etwas bewegt.

Dafür bin ich dankbar.

Was sind deine stärksten Zweifel?

Photo: © cristina_conti

(Beispiele, Hinweise: Datenschutz, Analyse, Widerruf)

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