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Ganz ehrlich, Hand aufs Herz, bist du auch manchmal müde davon, immer stark zu sein?

Immer wieder zu zeigen, was du drauf hast? Dich immer wieder in diesen ständigen Wettstreit zu schmeißen und bloß keine Schwächen zeigen?

Es ist doch mittlerweile fast alles zum Wettkampf geworden: der Job, die Freundschaften aufrecht halten, die Beziehung, perfekt aussehen, der Sex.

Was soll ich sagen, das ganze Leben. Abgerundet wird das alles dann durch die irreale Welt der vielen Likes, Herzchen und Shares auf den Social Media Plattformen.

Das Leben wird brav geteilt mit der Welt. Schnell noch den Status updaten, lustige Bildchen hochladen – besser noch solche, auf denen wir unser Glücklichsein und unseren Erfolg deutlich sichtbar machen können – und dann im Sekundentakt reloaden, damit wir auch alle neuen Herzchen und Likes mitbekommen.

Beliebtheit im Liveticker.

Gehört doch dazu, denn schließlich können nicht nur unsere Familien und Freunde unsere Profile sehen, sondern auch unsere Chefs, Kollegen und alle anderen, die wir beeindrucken wollen.

Zumindest aber zeigen wollen, dass wir das Leben rocken und nicht, dass wir von ihm verschluckt werden.

Das Leben als glänzendes Abziehbildchen

Immer glänzen, immer toll sein, immer das Beste geben, nur damit die Welt und unsere Umgebung sieht, dass wir es so richtig drauf haben. Dabei schonen wir uns natürlich nicht.

Wir steigen ein in den großen Wettkampf des Lebens, wir vergleichen uns, was das Zeug hält und wir strengen uns an. So richtig!

Ob wir dabei über unser eigenes Gefühl stolpern, weil es uns eigentlich saumies geht und wir uns lieber verkriechen möchten, oder mal so richtig liebevoll in den Arm genommen werden wollen, das ignorieren wir gekonnt.

Sind wir es doch häufig selbst, die von uns erwarten, immer stark zu sein.

Lieber scheinen wir eine fette Lüge leben zu wollen. Die Wahrheit ist schließlich häufig sehr schmerzhaft. Und Schmerz, meine Liebe, den Schmerz wollen wir lieber vermeiden.

Wie es in uns aussieht, dass verbergen wir geschickt. Schlucken unsere Tränen, die Wut und auch alle Enttäuschungen brav runter und hoffen darauf, dass sich das irgendwie verdauen lässt.

Der dicke Kloß im Hals, der Knoten im Magen und diese alles überwältigende Müdigkeit überspielen wir gekonnt. Die Müdigkeit wird weggeschminkt, das Lächeln aufgesetzt und das Starksein angezogen. Starke Frauen braucht das Land.

So hab ich mir das alles nicht vorgestellt …

… hören wir es immer öfter aus unserem Herzchen leise wimmern. Und während wir mittendrin in diesem ständigen Kampf ums Starksein stecken, sagen wir uns: „Das ist nur eine vorübergehende Phase. Das wird nicht ewig dauern. Ich muss nur noch das hier gut überstehen und dann mach ich mal Pause.“

Wir machen keine große Nummer daraus, sondern tun das, was wir besonders gut können. Einfach runterschlucken.

Gegen den Kloß im Hals hilft ein gutes Asthmaspray – eigentlich kriegen wir ja nur schlecht Luft. Und Rennie räumt den Magen auf, wenn der Knoten im Magen drückt und brennt.

Gegen die Müdigkeit helfen Red Bull, Koffein, Cola oder auch stärkere Geschütze. Ist ja nur vorübergehend. Keine große Nummer. Das wird schon wieder.

Und manchmal denken wir leise: So hab ich mir das nicht vorgestellt. Das Erwachsensein, das Leben, mein Leben, das Frausein.

Immer stark zu sein ist anstrengend, denken wir, krempeln die Ärmel hoch und machen weiter. Was muss, das muss.

Schwach sein macht Angst

Und so ist dann auch unser einheitliches Credo: Stärke deine Schwächen.

Schwachsein ist etwas für Anfänger, für Warmduscher und Weicheier, wir sind nicht schwach. Wir geben schließlich alles dafür, uns zu optimieren und darunter fällt eben auch, dass wir es uns nicht erlauben, unsere Schwächen zu zeigen.

Ich habe mich selbst schon oft dabei erwischt, dass ich behauptet habe: Stärke deine Schwächen. Heute glaube ich, dass das Blödsinn ist. Die sind Teil von mir und ich tue gut daran, wenn ich sie sehe, sie anerkenne und mir dann erlaube zu sein.

Mich nicht länger selber vertröste und mit einem aufgesetzten Lächeln darüber weggehe. Denn das, was dann bleibt, ist die Angst, die mir im Nacken sitzt. Die Angst davor zu versagen. Es nicht zu schaffen.

Lass uns nicht länger glauben, dass es darum geht, uns zu beweisen in dieser großen Scheinwelt, in diesem Traum, in dieser Illusion, die wir uns tatsächlich selbst erschaffen.

Lass uns nicht länger ein gefangenes Opfer in dieser Scheiß-Scheinwelt sein. Lass uns mal leben. So richtig. Volle Kanne.

Es ist nicht okay

Gar nichts ist okay. Es ist nicht alles gut, nur weil man uns das so versprochen hat. Unsere Eltern, indem sie tönten: Aus dir soll mal was werden. Wenn du nur immer brav folgst, dich richtig anstrengst, dann wird es dir besser gehen als uns.

Und was ist das überhaupt für eine Aussage? „Es soll dir besser gehen als uns.“ Warum geht es meinen Eltern schlecht? Hab ich was verpasst? Mal abgesehen vom Dauerjammern über zu hohe Kosten (damit bin natürlich ich als Kind gemeint), zu viel Arbeit, schlechte Bezahlung, zu viel Verantwortung (damit bin ich dann wohl auch gemeint) und überhaupt.

Dir soll es auf jeden Fall besser gehen. Aus dir soll was werden. Damit wir stolz sein können auf dich. (Damit ist dann wohl gemeint, dass sie mich rumzeigen können: Schau mal, was die aus sich gemacht hat.)

Wer hat uns noch versprochen, dass wir nur hart genug sein müssen (damit ist auf jeden Fall gemeint, hart genug gegen uns selbst), fleißig genug, schön genug, sporty genug, healthy genug und das Wichtigste, anpassungsfähig genug, um weiterzukommen in unserem Leben.

Ach ja, unsere Lehrer, die Kollegen, die Chefs, die ganze Social-Media-Lüge und der Fernseher. Und nur für den Fall, dass du einen Therapeuten hast, vielleicht auch der.

Alleingelassen

Zeit für mich, ja klar, die nehme ich mir, wenn ich Zeit dafür habe. So scheint auch Zeit etwas zu sein, das eigentlich nie da ist.

Wir fühlen uns wirklich oft alleingelassen. Und so lassen wir sie auch alleine, unsere Kinder beim Erwachsenwerden, unsere Eltern beim Altwerden und uns selbst beim Leben.

Weil wir glauben, dass das alles ist, was wir im Leben erreichen müssen: höher, schneller, weiter, besser, schöner, perfekter, großartiger. Genau darum geht es jedoch überhaupt gar nicht.

Wir wissen ja so viel und wir müssen immer mehr wissen und einfach immer besser sein. Dabei hören wir dann nicht mehr auf unser Herz und auf das, was unsere Seele durch uns sagen möchte und genau in diesem Moment verlieren wir uns.

Ich dachte, ich habe es geschafft.
Ich bin frei.
Kalt ist es in mir, ich sehe die große, dicke, schwere Mauer.
Ich kann mein Herz nicht mehr sehen.
Kann mein Herz nicht mehr spüren, mein Herz nicht mehr hören.
Ich fühle Verletzung, Trauer und Leere.
Bin nicht bei mir, ich fehle mir. Wo bin ich?

 

Wer bin ich?

Oder vielleicht verleugnen wir uns auch und schieben einfach beiseite, das, was wir wirklich sind. Wir reihen uns lieber ein in den wundervollen Tanz der perfekten Inszenierung und Funktion.

Wann hast du dir das letzte Mal erlaubt, auf dein Herz zu hören und einfach zu sein. Dich hinzugeben, nicht aus einem inneren Widerstand heraus, sondern aus der puren Freude am Sein? Denn das ist es, was wir tatsächlich erfahren und leben sollen.

 

Es wird immer wieder jenen Morgen geben an dem deine Narben der vielen Verletzungen schmerzen werden. Du wirst sie fühlen können. Manche dick und schwulstig, andere verblassend. 

Es gibt Zeiten, in denen du niedergeschlagen bist, vielleicht sogar am Boden liegst. Und es gibt Zeiten, in denen du die Fülle des Lebens fühlst. Aber du wirst niemals alleine sein. Niemals leer.

Denn es wird auch immer jenen neuen Morgen für dich geben, an dem du aufwachst und die Sonne in deinem Herzen lacht. Deine Seele tanzt und du die Dankbarkeit in deinem tiefen, wahrhaftigen Sein fühlst. Erfüllt bist vom Augenblick. 

Das ist dein Wachstum, deine Heilung, dein Weg ins Licht.

 

Lass mal wir selbst sein

Komm mit mir in den Klub der Frauen, die von sich wissen, dass sie wundervoll sind. Keine Sorge, hier darfst du sein, wie du bist.

Und wenn du mal traurig bist, sei traurig. Bist du wütend, so lass sie raus, die Wut. In diesem Klub dürfen wir erfahren, wir sind nicht alleine. Wir sind alle miteinander verbunden und auch die vermeintlich dunklen Seiten gehören dazu.

Wo dieser Klub ist? Na in mir und in dir! Vielleicht magst du diesen Raum in dir erforschen und dich selbst ein bisschen besser kennenlernen, also die wahrhaftige, wundervolle Frau, die du bist.

Trau dich nur! Glaub nicht länger irgendwelchen anderen, ihren Urteilen und Bewertungen über dich und den Rest der Welt, sondern lerne wieder, auf dein Herzchen zu hören. Du glaubst, das müsse eine lange, beschwerliche Reise sein? Gut, dann wird sie auch so für dich aussehen, diese Reise.

Du kannst aber auch den ersten Schritt machen. Jetzt! Fangen wir einmal damit an, dass du dich ab morgen, jeden Morgen, freundlich begrüßt, wenn du wach wirst.

Umarme den neuen Tag, bedanke dich bei der Nacht und schenke das erste Lächeln am Morgen dir selbst. Auf zum Spiegel, empfange dich mit deinem bezauberndsten Lächeln, das du drauf hast, und sage dir etwas Nettes. Und wenn es nur ein zartes: Moin, ich mag dich!

Bist du dabei? Dann lade ich dich ein, meinen Newsletter zu abonnieren. Als Dankeschön bekommst du eine exklusive Audiodatei. 

Wie du lernst, dein Herz wieder für dich zu öffnen.

Denn du bist mehr als ein Friedhof für deine Gefühle, deine Träume und Wünsche. In der exklusiven Audiodatei erfährst du …

… Wie du deine Verletzlichkeit zu deiner Freundin und Verbündeten machst.

… Wie du dein Herz wieder für dich öffnest.

… Wie du deine Scham und deine Angst ablegen kannst.

… Wie du die Frau, die du wahrhaft bist erstrahlen lässt.

Ich freue mich auf dich!

PS. Diesen Artikel habe ich am 03. Januar 2020 für dich aktualisiert. Schreib mir gerne in die Kommentare, was dich bewegt.

Foto: cristina_conti

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