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Die heilende Kraft des Gebens und Nehmens

An alle Frauen, die immer nur geben und nicht annehmen können.

Darf ich ein Geheimnis mit dir teilen? Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Diese Zeit des Gebens und Teilens.

Da bin ich mitten in meiner Komfortzone, denn Geben und Teilen war schon immer leicht für mich. Mit anderen Worten, ich gebe und teile gerne mit anderen. Das kostet mich keine Energie (dachte ich).

Aber Annehmen? Oh weh! Das ist eine ganz andere Geschichte … Da bin ich raus aus meiner Komfortzone und mitten drin in meiner Verletzlichkeit.

Okay, es wird immer besser, aber es gibt noch immer Momente, in denen es mir schwerfällt, meine Wünsche vor anderen zu formulieren. Und noch viel schwerer ist es für mich, um Hilfe zu bitten.

Das piekst noch immer die “Nimm-ruhig-alles-von-mir-ich-komm-schon-klar-Frau” in mir an.

Kommt dir das bekannt vor?

Die Balance verloren

Warum ist es wichtig, dass wir heute darüber sprechen?

All diejenigen, die sich wohler fühlen, wenn sie geben als zu bekommen, gehen ganz besonders in dieser Zeit noch weiter in ihr Dilemma.

Du gibst und gibst und gibst, erlaubst dir aber nicht, dass diese Energie auch wieder zu dir zurück fließt.

Das bringt deinen Körper, deinen Geist und deine Seele aus dem Gleichgewicht. Dies ist einer der Hauptgründe, warum wir so oft völlig leer gebrannt aus dieser Zeit herausgehen.

Und es beraubt deine Mitmenschen der Möglichkeit, sich wertvoll und liebevoll gewertschätzt zu fühlen. Somit ist es nicht nur ein Aufopfern deinerseits, sondern auf eine besondere Art auch ein von dir ausgehender egoistischer Akt.

Klingt seltsam? Das verstehe ich, es war auch für mich eine völlig neue Sichtweise auf mein Verhalten.

Bist du bereit deine Komfortzone zu verlassen?

Lass uns heute über die heilende Kraft des Annehmens sprechen.

Als erstes schauen wir uns schonungslos die “Nimm-ruhig-alles-von-mir-ich-komm-schon-klar-Frau” an. Diesen Teil in uns, der uns davon abhält, anderen gegenüber eigene Wünsche zu formulieren und um Hilfe zu bitten.

 

Der Teil in uns, der es uns so schwer macht anzunehmen, ohne uns damit komisch zu fühlen. Schwach, verletzlich, nicht gut genug.

Dann sprechen wir über drei wundervolle Wege, dich für das Annehmen zu öffnen, indem du dir klar wirst, was du für dich brauchst.

Dir die kleinen, süßen Momente im Leben erlaubst und die Dankbarkeit in ihrer Reinheit Teil deines Fühlens werden lässt (ohne Scham, Schuld oder das Gefühl, etwas zurückgeben zu müssen)..

Warum wehren wir uns dagegen anzunehmen?

Viele blockieren sich selbst unbewusst, die Fülle des Universums und das Geben anderer anzunehmen. Das könnte daran liegen, dass …

du glaubst, du bist nicht gut genug
… du dich nicht wertvoll fühlst
… deine Angst groß ist, die Kontrolle zu verlieren
… du das Gefühl hast, zu fordernd zu sein
… du denkst, du kannst es selbst am besten (Übrigens eine meiner großen Fallen, in die ich regelmäßig getappt bin. Das zumindest ist heute zum Glück vorbei.)
… die Sorge überwiegt, dass man dich dann für schwach (oder womöglich unfähig) halten könnte
… du Angst davor hast, dass du zurückgewiesen wirst, wenn du um Hilfe bittest

Ich wette, du kennst einige dieser Gedanken. Ich kenne sie ganz sicher! Alle! Sie waren mir sehr lange sehr vertraut.

Was aber sagst du denen, die damit zu dir kommen? Die sich trauen und sich dir öffnen und dir erzählen, dass sie ebenso denken und fühlen?

Nimmst du sie liebevoll in den Arm und erklärst ihnen, dass das absoluter Blödsinn ist, so zu denken? Sich auf diese Weise klein zu machen? Denn das ist es, meine Liebe.

Ich weiß jedoch auch, wie sich das anfühlt, wenn mir jemand sagt, meine Gefühle und mein Denken seien Unsinn. Selbst, wenn sie damit recht haben.

Als erstes springt dann mein innerer Widersacher an, das kleine A…loch in meinem Kopf und geht in die Verteidigung. Keiner (kein innerer Widersacher) lässt sich gerne sagen, dass das Blödsinn ist, was er denkt und fühlt.

Wie kannst du dich öffnen?

(und die “Nimm-ruhig-alles-von-mir-ich-komm-schon-klar-Frau” entlarven)

Sich selbst öffnen und sich erlauben anzunehmen und zu empfangen beginnt damit, die dich einschränkenden Glaubenssätze zu entlarven. Und auch wenn das nicht über Nacht oder auf Knopfdruck geschieht, ist es doch nicht so schwer, wie du jetzt vielleicht befürchten magst.

Die Lösung ist, diese Lügen, die du dir über dich selbst erzählst, aufzudecken und durch die Wahrheit zu ersetzen.

Du bist es wert!

Genau jetzt. Genau hier. Und genauso wie du bist. Du verdienst Aufmerksamkeit, liebevolle Unterstützung, Hilfe, Mitgefühl, Liebe, Vertrauen – all das und noch viel mehr.

Es gibt keine Regeln, die dir das Gute in deinem Leben verbieten könnten.

Du selbst sein, Haltung haben, für dich einstehen, in einer Welt, die dich gerne anders hätte, ist das einzige, was wirklich zählt.

Bitte nimm das an. Lass diese Worte in dich einfließen wie einen wärmenden Strom der Liebe. Lass sie dich füllen. Erlaube dir, dies zu fühlen.

Du bist es wert!

Solltest du jetzt denken: “Das schaffe ich jetzt noch nicht!”, dann bitte ich dich, diese Tür für dich langsam zu öffnen. Begegne diesem Satz mit dem aufrichtigen Glauben an dich. An die dir innewohnende Liebe.

Mögen die Mauern um dein Herz noch so groß sein, die Angst vor Verletzung unermesslich, tu es für dich.

Das hältst du für unmöglich? Das ist es nur, wenn du es dir nicht vorstellen kannst.

Es ist dein Weg. Denn weißt du, wir kommen alleine auf diese Welt und wir gehen alleine, wenn die Zeit gekommen ist. Wir nehmen auch nichts mit.

Hilfe zulassen bedeutet nicht, dass du nicht gut genug bist

Kennst du das kuschelige Gefühl, welches sich in dir ausbreitet, wenn du gibst? Frei von Erwartungen an irgendeine Gegenleistung.

Und damit meine ich kein Geld, sondern deine Aufmerksamkeit. Deine Zeit. Deine Liebe. Dein Können. Dein Mitgefühl. Deine Fürsorge.

Deine Fähigkeit anzunehmen und zu empfangen, vermögen das Gleiche auf der anderen Seite. Du ermöglichst anderen die Erfahrung und das kuschelige Gefühl des Gebens, wenn du annimmst und empfängst.

Lass mich dir ein Beispiel aus meinem Leben geben. Ich habe in den unterschiedlichsten Situationen Hilfe, Unterstützung oder auch einfach ein lieb gemeintes Geben abgelehnt, üblicherweise mit den Worten: „Danke, das ist lieb von dir, aber ich brauche das nicht. Ich schaffe das schon alleine.” (Ein Hoch auf die „Nimm-ruhig-alles-von-mir-ich-komm-schon-klar-Frau”)

Ich lade zum Beispiel gerne zum Essen zu mir nach Hause ein. Ich koche aufwendig und mit viel Liebe. Der Tisch wird liebevoll gedeckt, alles perfekt. Gerade erst letzte Woche war es wieder so weit und die Familie war zu Besuch. Meine Mama kam etwas früher und bot mir ihre Hilfe an.

Was habe ich gemacht? „Nein, danke Mama. Brauchst mir nicht helfen. Ich kann das schon.”

Dabei ging es ja gar nicht darum, dass ich das nicht könnte, sondern sie wollte mir zur Hand gehen, aus Liebe und Dankbarkeit.

Besonders bei Menschen, die einem nahestehen, haben wir oft das Gefühl, wir müssten beweisen, dass wir gut genug sind.

Sie treffen zielsicher unsere Knöpfe, die dann die „Ich-bin-nicht-gut-genug-Frau” in uns aktivieren.

Du musst nicht immer alles unter Kontrolle haben

Als ehemaliger (yay, das klappt mittlerweile echt gut und ich kann Kontrolle abgeben, ohne mich doof oder unsicher zu fühlen) super Kontroll-Freak kann ich dir ganze Opern davon singen.

Die Dinge selbst in der Hand zu halten, hat mir immer das Gefühl eines sicheren Netzes geboten.

 

Grundsätzlich ist das gar nicht so falsch, aber wenn es dazu führt, dass du nicht annehmen kannst, dich stattdessen lieber in der Luft zerreißt, nur um dann hinterher still zu heulen, weil du eben immer alles alleine machen musst …

… ja, dann läuft etwas schief.

Da sind sie dann nämlich alle am Start, diese tief sitzenden Glaubenssätze:

  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich verdiene es nicht.
  • Keiner liebt mich.
  • Niemand sieht mich.
  • Ich bin nicht wertvoll.
  • Ich bin schwach.

Um Hilfe zu bitten erfordert Mut und Vertrauen

Das Leben schmeißt uns ständig neue Herausforderungen vor die Füße und die stumme Nachricht dahinter ist: Das solltest du alleine wuppen.

Somit wäre dann also die Bitte um Hilfe ein Eingeständnis eigener Schwäche?

Nein, es braucht Mut jemandem zu vertrauen, ehrlich mit dir selbst und auch mit dem anderen zu sein. Ehrlich formulieren zu können, was du brauchst.

Deswegen ist es stark und nicht schwach, wenn du Hilfe annimmst.

Ein „Nein” auf deine Frage ist das Schlimmste, was dir passieren kann.

Wenn das nur nicht so doof wäre mit der Angst vor Ablehnung.

Lass diese Angst nicht zum Grund dafür werden, dich weiter einzumauern, den Kontrollstab fest in der Hand.

Werde kreativ und schaue nach Wegen, die für dich funktionieren und beziehe die anderen mit ein.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich offen meine Bedenken, meine Sorgen, meine Verletzlichkeit anspreche, dann gebe ich dem anderen die Chance, mich und meine Gefühle zu verstehen.

Dadurch entlarve ich nicht nur meine eigenen Lügen, sondern zeige auch, dass ich zu mir stehe.

3 Wege Annehmen zu üben

Sind wir uns einig, dass es gut für uns ist, wenn wir annehmen und uns öffnen? Ja? Okay.

Vielleicht hast du jetzt auch schon einige Ideen, wie du das zukünftig für dich erfahren kannst.

Hier kommen drei weitere Möglichkeiten, damit zu beginnen:

Werde dir darüber klar, was du brauchst und was du willst

Dir selbst erlauben anzunehmen, eröffnet dir eine Vielfalt an Möglichkeiten. Stell dir vor, die Hilfe, die du empfängst ist etwas, das dich erhebt und nicht erniedrigt.

Dieses Empfangen von Fürsorge durch einen anderen stärkt dich und umarmt dich und deine Fähigkeiten. Du musst weder alles mit dir alleine ausmachen, noch steht irgendwo geschrieben, dass du alles alleine schaffen musst.

Wenn du jetzt bereit bist, dann antworte auf diese Fragen:

Wen könntest du um Hilfe bitten?
Welche Art der Fürsorge würde dich stärken?

Lass uns jetzt etwas spezifischer werden:

Was kannst du dafür tun, damit du Raum für Fürsorge durch andere annehmen kannst und als liebevollen Akt erfährst?

Was triggert deine Erwartungshaltung, die dir das Gefühl aufzwingt, du müsstest sofort etwas zurückgeben?

Was wünscht du dir zu empfangen?

Schau auf die kleinen Dinge

Etwas empfangen muss nicht immer ein großer Dienst, eine große Geste sein. Beginnt es nicht im Kleinen?

Lass dir morgens den Kaffee ans Bett bringen. Die Tür aufhalten. In den Mantel helfen. Dich zudecken, wenn du auf dem Sofa liegst. Dir fällt sicher noch ganz viel mehr ein, was dir Freude bereiten würde.

Empfangen kann auch bedeuten, ein Lächeln eines fremden Menschen zu erwidern. Ein Kompliment anzunehmen ohne sich doof zu fühlen.

Wie ich das meine? Nun ja, denke an das letzte Kompliment, welches du bekommen hast. Vielleicht hat dir eine Freundin gesagt, dass sie dein Outfit toll findet.

Und deine Reaktion war ungefähr so: „ Ach bitte, das sind alles alte Sachen. Ich sehe schrecklich aus heute.”

Oder jemand hat dir ein Kompliment für deine Arbeit gemacht und du hast es mit den Worten: „Das hättest du genauso hingekriegt und Hilfe hatte ich auch.”

Wir sind so sehr darauf programmiert, Komplimente abzuwehren und herabzustufen, dass wir das oftmals gar nicht bemerken.

Das nächste Mal, wenn dir jemand ein Kompliment macht, dann nimm es an und fall nicht auf die Knie und mach dich kleiner als du bist. Denn du bist eine wahnsinnig tolle Frau!

Erlaube dir, dich gut zu finden!

Kultiviere Dankbarkeit

Dankbarkeit ist ein wichtiger Aspekt von Annehmen können.

Klar willst du empfangene Hilfe oder Fürsorge honorieren und deine Freude darüber zeigen. Aber dafür musst du nicht auf die Knie und dich kleinmachen.

Du stehst bei niemanden in der Schuld, wenn du Fürsorge oder Hilfe empfängst. Wenn du gibst und teilst machst du das doch auch von Herzen, ohne Erwartungen und ohne Hintergedanken, oder?

Gestehe das auch den anderen zu.

Ich habe vor 8 Jahren begonnen, ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Am Anfang war das etwas holprig. Mir kamen viele Dinge so selbstverständlich vor, das ich tief in mir graben musste, um sie zu ehren. Aus dem Herzen zu ehren und vor allem wahrhaftig zu fühlen.

Über ein Jahr habe ich fast täglich in mein Dankbarkeitstagebuch geschrieben. Heute nutze ich diese mächtige Praktik noch immer am Abend, wenn ich im Bett liege.

Ich bedanke mich bei Gott, bei Mutter Natur und vor allem auch bei den vielen kleinen Dingen des Lebens. Und davon gibt es so viele.

Mach jede Jahreszeit zu einer Zeit des Empfangens und Annehmens.

Ich wünsche mir für dich, dass du Raum für Fürsorge in deinem Leben schaffen kannst. Du musst nichts außergewöhnliches leisten, nichts beweisen, um wertvoll zu sein. Auch nicht an Weihnachten.

Denke daran: Je mehr du dir erlaubst zu nehmen und zu empfangen, desto mehr Energie hast, du um zu geben.

Je mehr Freude du über die schönen Dinge des Lebens empfindest, je mehr Geschenke wird das Leben dir bereiten.

Das ist ein magischer Kreislauf, der die Kraft hat, zu regenerieren, zu inspirieren und zu heilen. Erlaube es!

Du bist dran: Was willst du dir heute erlauben anzunehmen? Bitte teile eine Sache mit uns in den Kommentaren!

Frieden für dich und ganz viel Raum für‘s Annehmen, Empfangen und Fürsorge.

Foto: Pixabay

 

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