Hast du heute schon gelebt?

Oder hast du wieder brav mitgespielt im Spiel der anderen? Dich fein angepasst und warst gehorsam?

Bloß nicht zu weit aus der Komfortzone herauswagen, denn schließlich hast du dich dort ja schon so viele Jahre lang gut eingerichtet und die anderen mögen dich so. So angepasst, unauffällig, lieb und nett. Sie mögen deine Vorhersehbarkeit, denn so bist du am einfachsten zu lenken und merkst es nicht mal.

Die Magenbeschwerden, die häufige Übelkeit, der ständig leichte Kopfschmerz, der Tinnitus, die Rückenbeschwerden, all das ist so normal geworden, dass es irgendwie zur Komfortzone gehört. Es kann ja auch nicht alles komfortabel sein und Wehwehchen hat doch jede. Die Pillenkiste ist groß, für jedes Aua eine Pille. Hauptsache weg damit, weg mit dem Schmerz und vielleicht ein bisschen betäuben.

Da hilft natürlich auch das eigene Pflichtgefühl, die Arbeit und dein gutes Funktionieren, denn wer gut funktioniert, der muss nicht so viel denken und vor allem nicht so viel fühlen. Da kann man sein Programm einfach abspulen.

Verbotene Gefühle

Wir haben uns so sehr verboten zu fühlen, dass unsere Besuche in unserem Herzen immer nur noch von kurzer Dauer sind. So viel gibt es da auch gar nicht mehr zu sehen, es ist alles gut verstaut in kleine und große Kisten und diese allesamt fein auf- und nebeneinandergestapelt.

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Oft genug dienen diese Besuche nur dazu, die Mauer um unser Herz noch höher zu bauen.

Wir werfen also nicht mal mehr einen Blick in eine der Kisten hinein, sondern verbarrikadieren, was das Zeug hält.

Wir glauben, dass wir uns so schützen können. Vor dem Schmerz, der Trauer und all dem Übel in dieser Welt.

 

Aber so geht das nun mal nicht. 

Was wir mit diesem Verhalten erreichen, ist, dass wir uns von uns selbst trennen. Von unserem Selbst abschneiden und das treibt uns erst recht in die Arme der Falschen.

Wenn wir uns selbst nicht fühlen, dann können wir uns auch nicht vertrauen. Wenn wir uns nicht vertrauen können, dann können wir auch keine Verantwortung übernehmen.

Also lassen wir andere über uns entscheiden, denn sie scheinen es ja besser zu wissen. Am Ende können wir dann sagen, dass wir es ja nicht gewesen sind und die Suche nach den Schuldigen läuft auf Hochtouren.

Geht es aber überhaupt um Schuld? Oder geht es vielleicht darum, was uns als Menschen ausmacht? Geht es um unsere Menschlichkeit?

Als wir uns mit unserer Geburt entschieden haben, noch einmal auf diese wundervolle Mutter Erde zu inkarnieren, da taten wir dies im absoluten Vertrauen zu Gott und unserem Selbst. Wir waren uns so sicher, dass wir uns erinnern, wer wir sind, dass wir bereit waren neue Erfahrungen zu machen und Heilung zu erleben.

Kannst du dir also vorstellen, dass es vielleicht sogar darum geht, unser eigenes Wesen zu finden und ihm treu zu bleiben? Eventuell geht es darum, dass wir begreifen wer wir sind und den Mut gewinnen, uns selbst zu leben?

Hast du heute schon gelebt?

Weißt du, wenn wir eines schönen Tages unseren Körper verlassen und von dieser in eine andere Welt übergehen, dann wird man uns dort nicht fragen, ob wir auch immer brav funktioniert haben.

Man wird uns nicht fragen, ob wir auch wirklich alles dafür getan haben, dass wir anderen gefallen. Ob wir ihre Bedürfnisse erfüllt haben.

Wir werden ganz sicher nicht daran gemessen oder gar bewertet, wie viel Kohle wir hier gescheffelt haben.

Ob du eine fette Karre gefahren hast, die irrsinnigsten Designerklamotten tragen oder den teuersten Urlaub machen konntest und eine wahre Superheldin des Konsums warst. Und ob du mal hier und da etwas gespendet hast, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil es dir sonst ziemlich egal war, auf wessen Kosten du dein sauer verdientes Geld in den gierigen Schlund des Konsummonsters gestopft hast und ohne Rücksicht auf Verluste diese unsere Mutter Erde ausgebeutet hast. Zumindest aber durch dein Verhalten dabei mitgeholfen hast.

Man wird uns auch nicht bewundern, wenn wir uns hier so richtig aufgeopfert haben.

Es wird keiner dastehen und dir applaudieren, wenn du hier in diesem Leben gehorsam warst, den anderen oder dem System genügt hast. Dich so richtig selbst vergessen hast und dich hast verbiegen oder gar brechen lassen.

Es wird keiner fragen: Hast du auch brav rund um die Uhr die Nachrichten konsumiert, dich mit negativer Energie aufgeladen und dich den dich erniedrigenden Gedanken zum Fraß vorgeworfen?

Was aber hast du für dich getan?

Vielleicht aber wird man dich fragen, was hast du für dich getan? Für deine geistige Weiterentwicklung? Wem hast du gedient und wem bist du gefolgt? Wofür hast du dich entschieden, für das Haben oder für das Sein? Das Materielle oder den Geist?

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Hast du dich regelmäßig, im besten Fall täglich, mit dem Heiligen verbunden?

Hast du gebetet für deine Brüder und Schwestern im Geist? Für andere Sorge getragen (ohne dich zu opfern) und in deinem Handeln das Ganze gesehen und nicht nur deinen persönlichen (materiellen) Vorteil?

Warst du bereit, dich selbst zu betrachten und das Leben und den Tod zu überdenken? Hast du Mutter Erde gedient und begriffen, dass du nicht auf ihr lebst, sondern mit ihr lebst?

Es liegt etwas Gutes in dieser Krise

Hast du heute schon gelebt? Es liegt etwas Gutes in dieser Krise. Eine soziale und auch eine geistige Forderung. Nimm sie an. Jetzt.

Du hast jetzt die große Chance, dich für die Liebe, das Vertrauen, die Freude und die Kreativität zu entscheiden.

Fühle dich nicht schuldig, Glück zu empfinden und deiner Freude Ausdruck zu verleihen während dieser schwierigen Zeiten. 

Es ist weder solidarisch noch ein Akt der Nächstenliebe, wenn du in den Gesang der Ängste deiner Nächsten miteinsteigst. 

Besinne dich. Bleibe ruhig. Bete. Kümmere dich gut um dich selbst, so sorgst du auch gut für alle anderen. Achte auf dein geistiges Zuhause, sorge gut für deinen Körper und lass deine Seele wie eine Quelle singen. Verbinde dich mit deiner geistigen Heimat.

Tanze. Singe. Musiziere. Male. Schreib Gedichte oder Geschichten. Backe Brot. Koche dir ein feines Essen. Stricke oder häkle. Sei kreativ.

Alles, was du jetzt brauchst, ist in dir. Verbinde dich mit deinem Herzen, denn es kennt den Weg. Folge dem Licht in dir und füttere nicht länger die Dunkelheit mit deiner Opferbereitschaft. 

Das Göttliche, Heilige, Geistige, das Leben wird niemals Opfer von dir, noch von sonst irgendwem verlangen. Es will gelebt, erfahren und gefühlt werden mit allem, was sich zeigt. 

Hast du heute schon gelebt? Was denkst du? Schreib es mir.

Foto: Adobe Stock

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