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Traust du dich, echte Gefühle zu zeigen?

Es ist nicht immer leicht zu wissen, was gerade richtig für dich ist. Aber es ist unmöglich, dass es ein anderer besser weiß als du selbst.

Wenn du die Welt darüber bestimmen lässt, wie du am besten funktionierst, am besten aussiehst, was Glück für dich bedeutet und wer oder was dich am besten kleidet, dann gute Nacht Marie.

Wenn du die Welt darüber bestimmen lässt, wer du bist, dann bist du nicht mehr als eine ausgedachte Geschichte. Eine Geschichte, die andere über dich erzählen, die du dann glaubst, der du folgst, mit der du dich identifizierst.

Eine hübsche kleine Story, natürlich mit ganz vielen verschiedenen Facetten (oder Rollen). Eine Erzählung, die in das passt, was andere gerne in dir sehen. Damit es leichter wird, erzählst du dir diese Geschichte dann auch selbst. Eigene Gefühle, echte Gefühle, die passen da nicht rein. Könnte sonst ekelig werden in dir drin.

Okay, ich lauf auch nicht ständig mit heruntergelassenen Hosen rum, denn damit fällt man immer wieder auf die Nase. Wenn du das jetzt bildlich vor dir siehst, dann lass uns gerne gemeinsam schmunzeln. Aber heute steh ich für mich ein und hab eine Haltung.

Auch ich hab gelernt, dass meine echten Gefühle oft zu Unverständnis bei anderen führten. Ich mich dadurch abgelehnt fühlte. Also begann ich früh, wie du wahrscheinlich auch, meine echten Gefühle zu unterdrücken. Zu lügen, denn das wollen die Menschen hören, nicht die Wahrheit. Lügen, die in ihr Denken passen.

Gute Fakes gab es schon immer

Dummerweise tun die meisten Menschen genau das, und bitte verzeih, dass ich das jetzt so schreibe: Du bist wahrscheinlich auch eine davon so, wie ich es lange Jahre selbst auch war. Vielleicht hatte ich ein ganz klein wenig Glück, denn ich entspringe noch der Generation, die nicht von klein auf mit diesem wahnwitzigen Social-Media-Gehabe aufgewachsen ist.

Das in den Hochglanz-Magazinen kein Bild, auch nicht das der Supermodels, unbearbeitet und alle aufgepimpt sind, das sollte kein Geheimnis mehr sein. Auf Instagram und Co pimpen wir dann fleißig mit. Hübschen unsere eigene Geschichte ein wenig auf. Ein paar Details werden weggelassen, andere hinzugefügt. Und ganz wichtig: immer einen Filter drüber. Auch in deinen Stories. Damit bloß keiner mehr dein wahres Gesicht sieht.

Soweit so gut. Dumm ist nur, wenn du diese Lügen dann glaubst. Denn die Einzige, die du damit tatsächlich und immer belügst, bist du selbst. Die anderen glauben sowieso, was sie wollen, oder können.

Aber gute Fakes gab es schon immer in der gesamten Menschheitsgeschichte und gibt es in der Folge noch immer. Und auch ich hab lernen müssen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Auch nicht auf Instagram, Facebook und wo zum Henker im World Wide Web sonst noch.

Alle sind toll, aber du wirst nie die Beste sein

Heute sind die Fakes noch eindringlicher und vor allem sind sie eins: immer präsent. Denn dein Handy hast du ja immer dabei, oder? Und mit ihm deine liebsten Social Apps, damit du immer auf dem Laufenden bist. Damit du immer und zu jeder Zeit sehen kannst, wer, wie und mit wem, was macht. Und damit du dich noch einfacher vergleichen kannst. Dich selbst runterputzt, bis du heulend in der Ecke sitzt und wieder einmal ganz sicher bist: Ich bin nicht gut genug.

Sollte das nicht ohnehin schon reichen, dann lebst du ja auch noch in der ganz ‘normalen‘ (ich glaub, ich muss mich übergeben) Welt. Nämlich in der Welt, die dir erzählt, wie du am besten funktionieren kannst. Halt: Sollst. Nein: Musst!

Man sagt: „Hunde die bellen, beißen nicht.“ Mag sein. Auf den Menschen übertragen sehe ich das etwas anders. Die müssen nicht beißen, um dich zu verletzen, zu unterdrücken, auszubeuten, auszunutzen oder einzuschüchtern.

Manchmal müssen sie nur laut genug (bellen) sein. Oder sich in einer Gruppe befinden, die groß genug ist und deren Ansehen dir wichtig ist. Denn Anerkennung und Liebe beziehst du von außen, weil du dich innen nicht mehr wirklich traust zu fühlen.

 

Ich pass mich besser an, dann finden mich wenigstens die anderen gut

Du bist dir sicher, dass du etwas an dir verändern musst, damit du den Ansprüchen und Erwartungen der anderen genügst. Schließlich siehst du, wo auch immer du gehst und stehst, dass es besser ist, nicht unangenehm aufzufallen. Und unangenehm ist alles, was nicht der gängigen Meinung des Mainstream, also der anderen, entspricht.

Wahrscheinlich weißt du sogar irgendwo tief in dir drin, dass dem nicht so ist. Dass es so einfach nicht sein kann. Aber es ist so schwer dieses, dein Denken darüber abzulegen. Du fühlst, dass du dich dadurch auf deinem Weg zur Selbstliebe einschränkst. Hey, aber was tun, wenn doch die Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung groß ist und gestillt werden will?

Hinbiegen und passend machen

Das Gehirn ist da ganz einfach gestrickt. Du fütterst es mit Informationen und die glaubt es dann. Ungefragt. Denn das müsstest du schon selbst tun. Hinterfragen. Diesen einen Schritt weitergehen. Über das Normale hinaus. Über das hinaus, was man so sagt, dass es so sei.

In der Schule lernst du so etwas nicht, denn auch dort ist man bestrebt, dich hinzubiegen und passend zu machen für das gesellschaftliche Leben. Also fit für den Arbeitsmarkt, damit auch du einem Titel (damit du weißt, was und wer du bist), den Tantiemen, dem lieben Geld hinterherlaufen lernst. Damit auch du deinen Beitrag zum Leben leistest.

Viele Menschen reagieren ungehalten, wenn ich Fragen stelle, die über das hinausgehen, was sie als ‘normal‘ oder ‘das ist so‘ hinstellen, weil sie darauf keine Antwort haben. Und ich unterstelle mal: Auch keine suchen oder wollen. Ist doch auch leichter, in dem großen Fluss des Unbewussten mitzuschwimmen, als gegen den Strom. Medaillen bekommst du nicht, wenn du den Parkour anders herum läufst. Und vor Falschfahrern wird sogar im Radio gewarnt (okay, in diesem Fall berechtigterweise).

Aber vertrau mir, wenn ich dir sage, dass du eine ganze Menge über dich selbst herausfinden wirst, wenn du damit beginnst. Also nicht mit dem Falschfahren, sondern mit dem Hinterfragen.

(K)ein Trick und (k)eine Abkürzung

Denn die gibt es nicht. Aber auch danach werde ich immer wieder gefragt. Täglich bekomme ich Nachrichten mit persönlichen Geschichten und der Frage: Wie kann ich mich selbst lieben? Hast du einen Trick für mich?

Es geht so viel tiefer und es beginnt in dir selbst und mit deiner Bereitschaft, dir echte Gefühle zu leisten. Dich zu trauen, zu fühlen, in dich einzufühlen. Da hilft sicher zunächst das Erkennen, dass nicht mit dir etwas nicht stimmt, dass nicht du es bist, die nicht gut genug ist, sondern die Welt, die dir das Glauben machen will.

Glaub nicht alles, was man dir sagt und ganz besonders auch nicht all deinen eigenen Gedanken, die aus der Geschichte über dich selbst stammen.
Wenn du ehrlich zu dir bist, dann kannst du vielleicht sehen, dass du nur so nebenbei lebst. Der Rest von dir funktioniert bis zur völligen Erschöpfung. Und von Erschöpfung kann ich ganze Arien singen. Eine Oper in 98 Akten.

Bin ich schwach?

Oh, ja! Das dachte ich ständig, wenn ich das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug verspürte. Zeit für mich selbst? Brauchte ich nicht. Gab es doch so viele Menschen, die mich brauchten, so viel Arbeit zu erledigen – dachte ich. (Wieder so eine Geschichte über mich, die ich mir perfekt erzählen konnte.)

Okay als Mutter mit zwei kleinen Kindern, Job und Ehemann, Ehrenämter und Freunde, Eltern und Geschwistern … da fällt man abends tot ins Bett. In eine traumlose Nacht und der Morgen fühlt sich an, als wenn eine Kolonne Lastwagen über dich drüber gerollt ist. Da funktioniert man besser, oder?

Falsch, denn was vermittelst du damit deinen Kindern?

Glaube mir, du bist nicht schwach oder nutzlos, weil du dir Zeit für das Leben leben nimmst. Du wirst auch nichts verpassen, wenn du dich auf dein Sofa setzt, meditierst, Musik hörst, ein Buch liest, in die Natur gehst, einen Baum umarmst, dich auf den Waldboden legst und in den Himmel schaust, oder einfach nur still bist.

Du wirst zu dir kommen. In dir ankommen. Echte Gefühle fühlen lernen. Und genau dafür brauchst du den Rückzug. Die Stille. Zeit für dich. Ich kann dir keine Anleitung dafür geben, denn es ist dein Weg und den gehst nur du.

Etwas Versöhnliches zum Abschluss

Ich weiß – nicht ich glaube – dass du herausfinden wirst, was dich wirklich frei macht.

Du wirst die Liebe finden, die du verdienst. Ebenso wirst du die Liebe zu dir selbst erfahren, fühlen, leben und so zum Ausdruck des großartigen, wundervollen Orchesters des Universums werden.

Du wirst herausfinden, was dich erfüllt. Den wahrhaften Sinn des (deines) Lebens erkennen. Jede Zelle deines Körpers wird erfüllt davon sein und dich im kosmischen Tanz wiegen.

Du wirst spüren, wie die Hoffnung in dir aufsteigt, weil all die Dunkelheit, die die Vergangenheit in dir vergraben hat, dem Licht in dir weicht.

Du wirst es herausfinden. Aber du musst verstehen, dass es für diese Art des Erkennen keine Zeitleiste gibt. Es gibt keine Checkliste für dein Wachstum.

Du kannst schon morgen auf die Liebe deines Lebens treffen, es kann aber auch noch 10 Jahre dauern. Du kannst deine Leidenschaft für dein berufliches Tun mit dem Abschluss deiner Ausbildung finden. Oder du kannst darüber 50 Jahre alt werden, bevor du deinen inneren Ruf hörst und dich traust ihm zu folgen.

Was auch immer es ist, schenke dir Zeit. Zeit zu fühlen, Zeit zu wachsen, Zeit zu sein.

Sei sanft mit dir selbst. Hetze nicht deines Weges. Bleib hin und wieder stehen, bestaune, was du da siehst, was du bis hierhin schon gemeistert hast.

Warte nicht darauf, dass dich ein anderer Mensch oder ein Besitztum vollständig macht. Fülle stattdessen dein Leben mit Augenblicken des Fühlens und Sosein.

Du wirst es herausfinden. Und es wird dich erfüllen und frei machen.

Foto: Adobe Stock 

PS. Bist du bereit, dir jetzt echte Gefühle zu leisten? Oder was hält dich davon ab? Schreib mir von dir.

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