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Die wundervolle Verwandlung von einer Nicht-Nein-Sagerin in eine Ich-steh-für-mich-ein-und-setze-smarte-Grenzen-Frau! 

Oh ja, ganz schwieriges Thema, dieses Nein sagen und Grenzen setzen. Eins kann ich dir schon jetzt versprechen: Ich werde dir auch in diesem Artikel kein X für ein U vormachen, denn es hilft dir nicht, wenn ich dir einen Haufen Theorien um die Ohren haue. Mir ging es jedenfalls ziemlich lange so, dass ich auch auf lieb gemeinte Ratschläge mit einer heftigen inneren allergischen Reaktion zu kämpfen hatte. Nenne ich es hier einmal: Hohle-Phrasen-Kotzreiz.

Besonders dann, wenn die Person, von der ich diese leeren Worthülsen in meinen Ohren wahrnehmen musste, selbst das beste, schlechte Beispiel war. Gedacht hab ich dann oft: „Man, ich weiß es doch.” „Mach du es erst mal besser als ich und dann höre ich dir wieder zu.“

Ich wollte das nicht hören. Und auch nicht auf meine eigenen nicht perfekten Seiten schauen.

Sind wir doch mal ehrlich: Wissen tun wir ja so einiges, aber wir bringen es nicht fertig, das auch umzusetzen. Das ist genauso, als wenn du deine theoretische Führerscheinprüfung mit 0 Fehlern meisterst, aber schon zum 5. Mal durch die praktische Prüfung gefallen bist. Zum 6. Mal trittst du wahrscheinlich gar nicht an und beruhigst dich dann mit besänftigenden Ausflüchten: Eigentlich brauche ich auch gar keinen Führerschein, per pedes, Bus und Bahn tun es auch. Reicht ja, wenn meine Freunde einen Führerschein haben.

Das wir keine eigenen Grenzen setzen und nicht Nein sagen können, reden wir uns dann auch schön. Was bleibt, ist oft die Hoffnung, dass der/die andere es doch irgendwann merken muss, dass wir damit überfordert sind und uns die Entscheidung ein Nein herauszuquetschen, abnimmt. Oder wir glauben, dass das alles gar nicht so schlimm ist. Ein Gefallen mehr oder weniger?

Warum es uns so schwerfällt, Nein zu sagen

Früher ging es doch auch, erinnerst du dich? Ganz sicher gab es in deinem Leben eine Zeit, in der es dir leichter fiel Nein zu sagen. Kein Scherz. Nur das deine Eltern diese Phase „deine Trotzphase“ nannten. Hier erfahren wir zum ersten Mal, dass ein Mensch den wir lieben, uns Grenzen setzt, oder uns zurückweist: „Nein, das darfst du nicht.“ „Das ist gefährlich.“ Nein, sonst wird die Mama/der Papa böse.“ Nein, dann ist die Mama/der Papa traurig.“

Wenn wir älter werden, kommen Sätze wie diese hinzu: „Nein, das macht man nicht.“ „Nein, das gehört sich nicht.“ So lernen wir dann im Laufe unseres Lebens, häufig mithilfe des klassischen Liebesentzugs durch unser direktes Umfeld, dass das mit dem Neinsagen gar nicht einfach ist.

In unserer Gesellschaft wird das Neinsagen gleichgesetzt mit Egoismus, mangelnder Hilfsbereitschaft und Unhöflichkeit. Sagen wir Nein, dann werden wir oft mit dem Unverständnis unseres Gegenübers konfrontiert. Nicht selten fühlen wir uns selbst auch erst mal vor den Kopf geschlagen, wenn wir ein Nein zur Antwort bekommen. „Hä, wie jetzt?” „Das war doch sonst auch immer okay.” Das Nein wird persönlich genommen und schwups fühlen wir uns abgelehnt. Oder unsere Ich-bin-nicht-gut-genug-Frau hat das Ruder im Kopf übernommen und wir sind es nicht wert, dass man etwas für uns tut. Klingt doch logisch.

Mein Leben als Nicht-Nein-Sagerin

Ich war so ein typischer Fall einer Ja-Sagerin. Zuletzt ging das so weit, dass ich anfing, mich ständig über meine Hilfe für andere zu definieren. Ich habe mir nicht erlaubt mich selbst und meine eigenen Bedürfnisse zu fühlen. Ich habe das Wohl anderer immer häufiger über mein eigenes gestellt. In dieser wahnwitzigen Vorstellung konnte ich gar nicht mehr Nein sagen, weil ich mich dabei selber schlecht gefühlt habe. Alles für den Dackel, alles für den Klub. Michi macht das schon.

Eigene Prioritäten? Damit war ich immer sehr flexibel. Die konnten gerne warten. Es ging ja nur um mich. In der Tiefschlafphase meines Selbstbewusstseins, war an Selbstliebe nicht zu denken. Damit ich mich geliebt fühlen konnte, war ich ständig auf der Suche nach Anerkennung. Sie sollte dieses Loch stopfen, das ich in mir wahrnahm.

Dumm nur, dass das ein großes schwarzes Loch war. Gab es Anerkennung, Lob oder Liebe von außen, verschwanden sie nach kurzer Zeit in eben diesem. Mein schwarzes Loch war sehr gefräßig und um es zur Ruhe zu bringen, suchte ich nach immer mehr wohlwollender Zustimmung außerhalb von mir. Wie gelingt das am besten? Klarer Fall von Logik: Anderen zu Gefallen sein. Sich für andere aufopfern. Ja sagen. Hinfallen. Aufstehen. Weitermachen. Zu blöd, dass ich dabei im Kreis lief. Kein Ende in Sicht.

Meine wundervolle Verwandlung von einer Nicht-Nein-Sagerin …

… kam nicht über Nacht. Sie ging vielmehr Hand in Hand mit meinem wachsenden Bewusstsein für mich selbst. Nachlesen kannst du diesen Weg in meinem Buch: Für dich einstehen, steht dir gut.

Während ich mein Ego dabei beobachten konnte, wie es beweinte, was es verloren hatte, empfand mein Geist große Freude über das, was er gefunden hatte. Die Verbindung zu meiner Seele. Das wachsende Vertrauen in meine mir innewohnenden Kraft und Liebe.

So wuchs der Mut, mich anzuschauen. Mich zu fühlen. Mit allem, was da war. Ich gab mir die innere Erlaubnis, eigene Grenzen zu formulieren. Erst mal nur für mich, damit ich ein Gefühl dafür bekommen konnte. Nach außen habe ich mich anfangs nicht getraut, das auszusprechen. Die Angst vor meiner eigenen Kraft war noch recht präsent. Aber es war die Geburtsstunde der Ich-steh-für-mich-ein-und-setze-smarte-Grenzen-Frau!

Wo es mir besonders leicht fiel, Nein zu sagen

Meine ersten Für-mich-einstehen-Steh-Versuche unternahm ich bei allem, was man einfach macht, weil es sich (angeblich) so gehört. Das gelang mir richtig gut, da ich mit Prinzipienreiterei schon immer meine Schwierigkeiten hatte. In der Folge begann ich meine Grenzen auszuweiten:

  • auf alles, was reine Zeitverschwendung ist
  • was meine Energie klaut
  • auf Menschen, mit denen ich keine Zeit verbringen wollte

Das war oft hart, denn all die Menschen, die es bislang gewohnt waren, dass ich immer verfügbar, und scheinbar willens war, ihre Wünsche zu erfüllen, waren nicht so begeistert. Ich meine, wenn ich meinen Hund jeden Morgen zur selben Zeit Gassi führe, versteht der auch nicht, wenn er plötzlich warten muss und ungewohnte neue Zeiten anbrechen.

Der Hund wird das hinnehmen. Die Menschen in deinem Umfeld setzen jedoch häufig alles daran, ihre lieb gewonnenen Privilegien wiederzuerlangen. Dafür werden gerne alle Register gezogen, das reicht über sich hilflos stellen, bis hin zum Liebesentzug.

Steh, du wundervolle Frau

Steh für dich ein und lass es nicht zu, dass dich deine Ängste wieder packen und zurück in das Land der Nimm-alles-von-mir-ich-gebe-gerne-Frau führen. Gerne geben, hat nichts damit zu tun, dass wir ein Selbstbedienungsladen für andere werden.

Meine Anfänge Nein zu sagen wurden meistens von einem Redeschwall aus Rechtfertigungen begleitet. Bis es mir irgendwann auf die Nerven ging, mich selbst so reden zu hören. Heute kommen solche Erklärungsversuche nicht mehr so oft vor. Ich erwische mich dabei, noch bevor die Worte meinen Mund verlassen können. Lache im Geiste kurz mit ihnen und entlasse sie in die Freiheit des Gedankenuniversums.

Ich habe gelernt, mich verständis- und liebevoll abzugrenzen. Ich brauche kein schroffes Nein, sondern kann mit all meiner Liebe auf den Menschen schauen und meine eigenen Bedürfnisse achten.

Was ich dir gerne mit auf deinen Weg geben möchte

Leg das Korsett aus falschen Ängsten, Sorgen und Selbstzweifeln ab. Es hält dich nicht und du zerbrichst nicht, wenn du es ablegst. Es verrät dich und macht dich klein, wenn du es weiterhin trägst.

Menschen, die dir mit Liebesentzug drohen, lieben dich nicht. Sie wollen, dass du funktionierst.

Der Begriff Liebe ist dermaßen überstrapaziert, dass wir tatsächlich glauben, etwas leisten zu müssen, um sie zu verdienen. Das ist falsch! Liebe stellt keine Bedingungen. Liebe lässt dich nicht falsch fühlen und missversteht dich nicht. Wahrhafte Liebe nimmt dich an die Hand und lässt dir Raum, dich zu fühlen, dich auszudrücken. Sie lässt dich sein.

Liebe weiß, dass du nicht perfekt bist. Sie versteht, dass du Zeit und Raum brauchst, um zu heilen, und gewährt dir beides. Die Liebe, von der ich hier schreibe, wird dich nie festhalten oder dir die Flügel stutzen. Sie ist deine Nahrung, damit du deine Flügel wachsen lassen kannst, um den Himmel zu berühren.

PS. Was macht dir Angst vor dem Nein sagen?

Foto: Adobe Stock

 

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