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Die wundervolle Verwandlung einer Nicht-Nein-Sagerin

Die wundervolle Verwandlung einer Nicht-Nein-Sagerin

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Die wundervolle Verwandlung von einer Nicht-Nein-Sagerin in eine Ich-steh-für-mich-ein-und-setze-smarte-Grenzen-Frau! 

Oh ja, ganz schwieriges Thema, dieses Nein sagen und Grenzen setzen. Eins kann ich dir schon jetzt versprechen: Ich werde dir auch in diesem Artikel kein X für ein U vormachen, denn es hilft dir nicht, wenn ich dir einen Haufen Theorien um die Ohren haue. Mir ging es jedenfalls ziemlich lange so, dass ich auch auf lieb gemeinte Ratschläge mit einer heftigen inneren allergischen Reaktion zu kämpfen hatte. Nenne ich es hier einmal: Hohle-Phrasen-Kotzreiz.

Besonders dann, wenn die Person, von der ich diese leeren Worthülsen in meinen Ohren wahrnehmen musste, selbst das beste, schlechte Beispiel war. Gedacht hab ich dann oft: „Man, ich weiß es doch.” „Mach du es erst mal besser als ich und dann höre ich dir wieder zu.“

Ich wollte das nicht hören. Und auch nicht auf meine eigenen nicht perfekten Seiten schauen.

Sind wir doch mal ehrlich: Wissen tun wir ja so einiges, aber wir bringen es nicht fertig, das auch umzusetzen. Das ist genauso, als wenn du deine theoretische Führerscheinprüfung mit 0 Fehlern meisterst, aber schon zum 5. Mal durch die praktische Prüfung gefallen bist. Zum 6. Mal trittst du wahrscheinlich gar nicht an und beruhigst dich dann mit besänftigenden Ausflüchten: Eigentlich brauche ich auch gar keinen Führerschein, per pedes, Bus und Bahn tun es auch. Reicht ja, wenn meine Freunde einen Führerschein haben.

Das wir keine eigenen Grenzen setzen und nicht Nein sagen können, reden wir uns dann auch schön. Was bleibt, ist oft die Hoffnung, dass der/die andere es doch irgendwann merken muss, dass wir damit überfordert sind und uns die Entscheidung ein Nein herauszuquetschen, abnimmt. Oder wir glauben, dass das alles gar nicht so schlimm ist. Ein Gefallen mehr oder weniger?

Warum es uns so schwerfällt, Nein zu sagen

Früher ging es doch auch, erinnerst du dich? Ganz sicher gab es in deinem Leben eine Zeit, in der es dir leichter fiel Nein zu sagen. Kein Scherz. Nur das deine Eltern diese Phase „deine Trotzphase“ nannten. Hier erfahren wir zum ersten Mal, dass ein Mensch den wir lieben, uns Grenzen setzt, oder uns zurückweist: „Nein, das darfst du nicht.“ „Das ist gefährlich.“ Nein, sonst wird die Mama/der Papa böse.“ Nein, dann ist die Mama/der Papa traurig.“

Wenn wir älter werden, kommen Sätze wie diese hinzu: „Nein, das macht man nicht.“ „Nein, das gehört sich nicht.“ So lernen wir dann im Laufe unseres Lebens, häufig mithilfe des klassischen Liebesentzugs durch unser direktes Umfeld, dass das mit dem Neinsagen gar nicht einfach ist.

In unserer Gesellschaft wird das Neinsagen gleichgesetzt mit Egoismus, mangelnder Hilfsbereitschaft und Unhöflichkeit. Sagen wir Nein, dann werden wir oft mit dem Unverständnis unseres Gegenübers konfrontiert. Nicht selten fühlen wir uns selbst auch erst mal vor den Kopf geschlagen, wenn wir ein Nein zur Antwort bekommen. „Hä, wie jetzt?” „Das war doch sonst auch immer okay.” Das Nein wird persönlich genommen und schwups fühlen wir uns abgelehnt. Oder unsere Ich-bin-nicht-gut-genug-Frau hat das Ruder im Kopf übernommen und wir sind es nicht wert, dass man etwas für uns tut. Klingt doch logisch.

Mein Leben als Nicht-Nein-Sagerin

Ich war so ein typischer Fall einer Ja-Sagerin. Zuletzt ging das so weit, dass ich anfing, mich ständig über meine Hilfe für andere zu definieren. Ich habe mir nicht erlaubt mich selbst und meine eigenen Bedürfnisse zu fühlen. Ich habe das Wohl anderer immer häufiger über mein eigenes gestellt. In dieser wahnwitzigen Vorstellung konnte ich gar nicht mehr Nein sagen, weil ich mich dabei selber schlecht gefühlt habe. Alles für den Dackel, alles für den Klub. Michi macht das schon.

Eigene Prioritäten? Damit war ich immer sehr flexibel. Die konnten gerne warten. Es ging ja nur um mich. In der Tiefschlafphase meines Selbstbewusstseins, war an Selbstliebe nicht zu denken. Damit ich mich geliebt fühlen konnte, war ich ständig auf der Suche nach Anerkennung. Sie sollte dieses Loch stopfen, das ich in mir wahrnahm.

Dumm nur, dass das ein großes schwarzes Loch war. Gab es Anerkennung, Lob oder Liebe von außen, verschwanden sie nach kurzer Zeit in eben diesem. Mein schwarzes Loch war sehr gefräßig und um es zur Ruhe zu bringen, suchte ich nach immer mehr wohlwollender Zustimmung außerhalb von mir. Wie gelingt das am besten? Klarer Fall von Logik: Anderen zu Gefallen sein. Sich für andere aufopfern. Ja sagen. Hinfallen. Aufstehen. Weitermachen. Zu blöd, dass ich dabei im Kreis lief. Kein Ende in Sicht.

Meine wundervolle Verwandlung von einer Nicht-Nein-Sagerin …

… kam nicht über Nacht. Sie ging vielmehr Hand in Hand mit meinem wachsenden Bewusstsein für mich selbst. Nachlesen kannst du diesen Weg in meinem Buch: Für dich einstehen, steht dir gut.

Während ich mein Ego dabei beobachten konnte, wie es beweinte, was es verloren hatte, empfand mein Geist große Freude über das, was er gefunden hatte. Die Verbindung zu meiner Seele. Das wachsende Vertrauen in meine mir innewohnenden Kraft und Liebe.

So wuchs der Mut, mich anzuschauen. Mich zu fühlen. Mit allem, was da war. Ich gab mir die innere Erlaubnis, eigene Grenzen zu formulieren. Erst mal nur für mich, damit ich ein Gefühl dafür bekommen konnte. Nach außen habe ich mich anfangs nicht getraut, das auszusprechen. Die Angst vor meiner eigenen Kraft war noch recht präsent. Aber es war die Geburtsstunde der Ich-steh-für-mich-ein-und-setze-smarte-Grenzen-Frau!

Wo es mir besonders leicht fiel, Nein zu sagen

Meine ersten Für-mich-einstehen-Steh-Versuche unternahm ich bei allem, was man einfach macht, weil es sich (angeblich) so gehört. Das gelang mir richtig gut, da ich mit Prinzipienreiterei schon immer meine Schwierigkeiten hatte. In der Folge begann ich meine Grenzen auszuweiten:

  • auf alles, was reine Zeitverschwendung ist
  • was meine Energie klaut
  • auf Menschen, mit denen ich keine Zeit verbringen wollte

Das war oft hart, denn all die Menschen, die es bislang gewohnt waren, dass ich immer verfügbar, und scheinbar willens war, ihre Wünsche zu erfüllen, waren nicht so begeistert. Ich meine, wenn ich meinen Hund jeden Morgen zur selben Zeit Gassi führe, versteht der auch nicht, wenn er plötzlich warten muss und ungewohnte neue Zeiten anbrechen.

Der Hund wird das hinnehmen. Die Menschen in deinem Umfeld setzen jedoch häufig alles daran, ihre lieb gewonnenen Privilegien wiederzuerlangen. Dafür werden gerne alle Register gezogen, das reicht über sich hilflos stellen, bis hin zum Liebesentzug.

Steh, du wundervolle Frau

Steh für dich ein und lass es nicht zu, dass dich deine Ängste wieder packen und zurück in das Land der Nimm-alles-von-mir-ich-gebe-gerne-Frau führen. Gerne geben, hat nichts damit zu tun, dass wir ein Selbstbedienungsladen für andere werden.

Meine Anfänge Nein zu sagen wurden meistens von einem Redeschwall aus Rechtfertigungen begleitet. Bis es mir irgendwann auf die Nerven ging, mich selbst so reden zu hören. Heute kommen solche Erklärungsversuche nicht mehr so oft vor. Ich erwische mich dabei, noch bevor die Worte meinen Mund verlassen können. Lache im Geiste kurz mit ihnen und entlasse sie in die Freiheit des Gedankenuniversums.

Ich habe gelernt, mich verständis- und liebevoll abzugrenzen. Ich brauche kein schroffes Nein, sondern kann mit all meiner Liebe auf den Menschen schauen und meine eigenen Bedürfnisse achten.

Was ich dir gerne mit auf deinen Weg geben möchte

Leg das Korsett aus falschen Ängsten, Sorgen und Selbstzweifeln ab. Es hält dich nicht und du zerbrichst nicht, wenn du es ablegst. Es verrät dich und macht dich klein, wenn du es weiterhin trägst.

Menschen, die dir mit Liebesentzug drohen, lieben dich nicht. Sie wollen, dass du funktionierst.

Der Begriff Liebe ist dermaßen überstrapaziert, dass wir tatsächlich glauben, etwas leisten zu müssen, um sie zu verdienen. Das ist falsch! Liebe stellt keine Bedingungen. Liebe lässt dich nicht falsch fühlen und missversteht dich nicht. Wahrhafte Liebe nimmt dich an die Hand und lässt dir Raum, dich zu fühlen, dich auszudrücken. Sie lässt dich sein.

Liebe weiß, dass du nicht perfekt bist. Sie versteht, dass du Zeit und Raum brauchst, um zu heilen, und gewährt dir beides. Die Liebe, von der ich hier schreibe, wird dich nie festhalten oder dir die Flügel stutzen. Sie ist deine Nahrung, damit du deine Flügel wachsen lassen kannst, um den Himmel zu berühren.

PS. Was macht dir Angst vor dem Nein sagen?

Foto: Adobe Stock

 

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Jung, schön, erfolgreich und weiblich – eine Provokation für das reife männliche Ego

Jung, schön, erfolgreich und weiblich – eine Provokation für das reife männliche Ego

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Ehrlich gesagt bin ich wütend. Und ich gebe meiner Wut jetzt hier ihren Auftritt. Irgendwie habe ich geglaubt, dass sich in den letzten 30 Jahren in männerdominierten Branchen etwas verändert hätte. Dass der Mann heute nicht mehr herabwürdigend mit Frauen, vor allem mit jungen weiblichen Wesen, umgehen würde. Dass es mittlerweile möglich ist, sich respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen.

Beginnen wir von vorne

Vor 28 Jahren habe ich mich selbstständig gemacht und war sehr schnell sehr erfolgreich. Groß geworden bin ich im Networkmarketing. Damals noch an der Seite meines Exmannes waren die Rollen, vor allem für die Außenwelt, rasch verteilt. Ich, 24 Jahre jung, hübsch, erfolgreich, weiblich wurde in der Öffentlichkeit als die gute Frau neben meinem Mann wahrgenommen, nicht als Businesslady.

Anzügliche oder abwertende  Bemerkungen in Meetings auf Führungsebene waren “normal.” Die meisten Frauen haben sich dazu gar nicht geäußert, ihre Partner ebenso wenig. Ich hingegen habe schon immer gekämpft, für andere Frauen und für mich selbst. Mein Exmann hat sich ebenfalls nicht zu Wort gemeldet, sondern wie die anderen auch die Situation einfach angenommen. So hieß es dann unter anderem, die Frauen könnten sich um die Produkte kümmern und die Männer machen Business. Aufgemuckt hat da keiner, wenn der Oberboss gesprochen hat.

Meine erste Erfahrung mit sexueller Belästigung

Die gab es schon als Teenager, das soll aber hier kein Thema sein, in meinem Buch* schreibe ich mehr darüber. In meinem beruflichen Alltag erlebte ich meine erste sexuelle Belästigung auf einer sogenannten Top-10-Party. Die 10 besten Führungskräfte waren geladen und es gab neben viel und gutem Essen auch viel Alkohol. Das lockerte dann das männliche Gehirn nochmals enorm.

Im Laufe des Abends nahm mich der Oberboss zur Seite und sagte mir: „Dich kriege ich auch noch ins Bett.” Mein Exmann und ich waren das erste Mal bei einem solchen Meeting mit anschließender Party dabei und dementsprechend ehrfürchtig. Meine Achtung und mein Respekt hatten sich ob des rüden Tons bereits während des Meetings dezent zurückgezogen. Nach diesem völlig hemmungslosen wörtlichen Übergriff war davon nicht mehr viel übrig.

Im Laufe der Jahre habe ich dann gelernt mit dem männlichen Ego umzugehen und mir Respekt verschafft. Das mag sich jetzt sehr einfach lesen und ist stark verkürzt, aber es war tatsächlich eine Achterbahnfahrt. Eine ewige Auseinandersetzung mit meinem Minderwert, seinen Kollegen den Selbstzweifelmonstern, der Ich-bin-nicht-gut-genug-Frau, das alles in meinem Kopf und alles auf Kosten meines Selbstwerts.

Eine lange Geschichte. Heute mit 52 Jahren, geschieden, noch immer attraktiv, erfolgreich, weiblich, sehe ich noch immer Frauen, die sich nicht trauen, hart zu verhandeln. Männer, die ihnen zusetzen und andere Frauen, die entweder weggucken oder ins gleiche Horn blasen.

Sprechen wir über meine Wut

Neben meinem Blog-Magazin bin ich die Managerin meiner Tochter. Sie ist mit 23 Jahren jung, schön, erfolgreich und weiblich und ganz offensichtlich auch heute noch eine Provokation für das reife männliche Ego. Als Vorbereitung auf eine Kooperation mit einem Großkonzern gab es einen Termin, den meine Tochter alleine wahrnahm.

Dies war anscheinend eine Aufforderung an das reife männliche Ego, ihr von oben herab zu begegnen. Aufgeplustert und unangenehm aufdringlich versuchte man(n) sie auszufragen, in Verlegenheit zu bringen und zu verunsichern. Zwei Herren mittleren Alters, die sich nicht zu schade waren, eine junge Frau herabzusetzen. Sie unter Druck zu setzen und die Situation auszunutzen. Völlig irritiert und schüchtern rief sie mich unmittelbar nach dem Termin an und fühlte sich überfordert mit dieser hässlichen Situation.

Das machte mich wütend.

Was hat sich wirklich bis heute verändert? Wo stehen wir als Frau und warum ist für so viele Menschen Feminismus heute noch immer ein böses Wort?

Meine Definition von Feminismus

Vergessen wir mal das ganze Alice-Schwarzer-Thema, all den Männerhass, der mit diesem verbunden wird und schauen, was es damit wirklich auf sich hat. Feminismus ist Gleichberechtigung auf allen Ebenen.

Mit Gleichmacherei hat das gar nichts zu tun! Es geht vielmehr darum, dass wir Chancengleichheit und Gerechtigkeit unabhängig vom Geschlecht erschaffen. Ergänzen könnte ich hier noch: Unabhängig von deiner Hautfarbe, deiner Sexualtität, deiner Religion, deines Alters …

Denn da hab ich leicht reden. Ich bin in einer weißen, heterosexuellen, deutschen Familie aufgewachsen. Allerdings in einer Zeit (Jahrgang 1966) in der die Gleichstellung von Mann und Frau noch weit von dem weg war, was wir heute leben dürfen. Also noch schlimmer.

Ich bin deiner Meinung, wenn du jetzt denkst: „ Aber Deutschland ist doch schon recht weit, was das angeht.” Wie weit wir wirklich sind, erfahren wir alle im täglichen Leben. Wir brauchen einen gesunden, offenen, toleranten Feminismus, der ein gemeinsames Ziel verfolgt. Ich will mich nicht rechtfertigen müssen. Nicht vor Männern und auch nicht vor anderen Frauen.

Plädoyer für toleranten Feminismus

Ich will kochen und backen, gerne für meine Familie sorgen, sie verwöhnen, gebären und nähren. Oder es nicht tun, weil ich einen anderen Plan vom Leben habe. Bei meinen Kindern bleiben können, bis ich bereit bin, sie in  die Kita zu entlassen. Sie mit Liebe überschütten, mit ihnen noch einmal Kind sein. Lieben wen ich will, wann ich will und wie oft ich will. Ich will mir meine Haare abschneiden, wieder wachsen lassen und blond, schwarz oder lila färben. Mich in meinem Job austoben und ganz Businesslady sein. Mit Kindern oder ohne. Mit Partner oder ohne.

Mich darauf freuen irgendwann Oma zu sein und mit den Kleinen Kinderlieder singen und ihnen die Natur zeigen. Ich will in rosa Bettwäsche schlafen und bei Liebesfilmen weinen oder schmachten. Männer sexy finden dürfen, auch wenn sie viel jünger sind als ich. Hart verhandeln und dabei liebevoll mit Achtung und Respekt für mein Gegenüber kommunizieren. Gleiche Bezahlung, bei gleicher Position und Leistung. Selbst die Bohrmaschine benutzen und mir gerne die Tür öffnen lassen, damit ich aus dem Auto aussteigen kann oder als erstes in einen Raum eintreten darf.

Ich will meine Weiblichkeit mit all ihren Aspekten leben und auf die Barrikaden gehen, wenn mir Ungerechtigkeit begegnet. Mich für andere Frauen einsetzen, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass ich Männer nicht respektiere oder gar ablehne oder hasse. Ich will offen, laut und immer meine Meinung sagen können. Ich bin eine Frau und das finde ich wundervoll.

Ich plädiere für einen Feminismus, der unbequem ist aber nicht militant. Der laut ist. Respektvoll. Sanft, aber klar und deutlich.

Warum wir davon noch weit weg sind

(ein unvollständiger Erklärungsversuch)

Weil die Frau zum Beispiel einen weit geringeren sprachlichen Status hat als der Mann.

Keine Panik, ich habe meinen Frieden mit dem generischen Maskulinum gemacht. Mein Buch Für dich einstehen, steht dir gut* habe ich jedoch komplett in der weiblichen Form geschrieben, weil ich mich als Frau an Frauen wende. Luise F. Pusch greift das Thema in ihrem Buch Das Deutsche als Männersprache* auf und in einem kleinen Video sagt sie so wundervolle Dinge wie: „Wenn in einem Raum mit 99 Sängerinnen ein Mann hinzukommt, dann spricht man von 100 Sängern.“

Wie schön wäre es, wenn wir alle ein bisschen sensibler und bewusster für unseren gewohnten Sprachgebrauch werden würden. Dazu gehört auch, dass wir solche Ausdrucksformen wie „das ist doch behindert” aus unserem Wortschatz streichen, welche, vor allem bei den jungen Leuten ein gängiger Ausdruck für „das ist doch dumm“ ist.

Somit werden Menschen mit Behinderungen als dumm beschrieben. Wir denken häufig nicht über solche Äußerungen nach, sollten wir aber.

Es gibt keinen positiven Ausdruck für eine Frau, die ihre Sexualität auslebt. Ein Mann ist ein Hengst und die Frau eine Hure. Als Frauen lernen wir früh, dass es nicht okay ist, sich sexuell auszutoben. Gesucht werden dann wohl Jungfrauen mit Erfahrungen. Aber bitte nicht selbstbefriedigen. Auch das ist ein Tabuthema.

Weil wir von Selbstbestimmung nicht wirklich sprechen können

Die Diskussion um den §219a hat zwar eine neue Gesetzesfassung gebracht, aber Ärzt*innen dürfen auch nach der Reform des Paragraphen lediglich darüber informieren, dass sie gesundheitliche Dienstleistungen anbieten. Weiterführende Informationen oder Erklärungen sind nach wie vor verboten und es drohen den Ärzt*innen Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Dr. Kristina Hänel hat sich im vergangen Jahr sehr für dieses Thema und somit für die Selbstbestimmung der Frau eingesetzt und in ihrem Buch Das Politische ist persönlich. Tagebuch einer »Abtreibungsärztin« *fasst sie ihre Prozesse aus ihrer Sicht zusammen und gibt Einblicke in ihre Gefühlswelt. Ein Interview mit ihr findest du hier.

Weil wir unser Können immer erst beweisen müssen

Wenn ein Mann sich auf einen Job bewirbt, wird in der Regel vorausgesetzt, dass er ausreichend qualifiziert für diese Tätigkeit ist. Eine Frau muss sich erklären und beweisen, dass sie was drauf hat. Ist sie dann auch noch jung, schön und erfolgreich, dann wird sie an ihren äußeren Attributen gemessen.

Der Ausschnitt zu tief, der Rock zu gewagt, das Make-up zu kräftig, kein Make-up, die Haare zu blond. Es scheint, dass unser Stil und unser Aussehen nichts persönliches sind, sondern eine Sache von öffentlichem Interesse und im Zweifel von öffentlichem Ärgernis. Das man(n) dich ernst nimmt, muss Frau sich hart erkämpfen. Manchmal ist auch dieser Kampf sinnlos.

Weil wir Frauen uns leider noch immer viel zu oft gegenseitig bekämpfen

Ich habe keine wirkliche Erklärung dafür. Vielleicht ist es der eigene Mangel an Bewusstsein? Das Fehlen von Empathie? Konkurrenzdenken? Der eigene Minderwert?

Wenn ich mich schon von meiner Ich-bin-nicht-gut-genug-Frau in mir verhauen lasse, sie mich gerne auf meine Äußerlichkeiten reduziert: „Du bist zu fett, die Beine zu schwabbelig, die Brust eine Katastrophe …“ Dann liegt es nahe, dass ich bei anderen Frauen auf genau diese Dinge schaue. Nicht um sie zu loben, sondern um sie abzuwerten.

Wenn ich nicht selbstbestimmt und unabhängig lebe, dann sind für mich Frauen, die das tun, vielleicht suspekt und eine Bedrohung?

Weil auch die Männer den Feminismus brauchen

Wenn Feminismus dazu führt, dass ich als Frau nichts mehr von einem Mann annehmen kann, dann ist das Mangel und hat mit Feminismus nichts zu tun.

Wenn Feminismus dazu führt, dass ein Mann sich von Frauen bedroht fühlt, dann führen wir die falsche Diskussion. Es geht schließlich nicht darum, die Unterdrückung umzudrehen! Wir wollen nicht Gleiches mit Gleichem bekämpfen. Feminismus stellt sich nicht über ein anderes Lebewesen, auch nicht über Männer (sorry, der musste sein).

Betrachten (vorzugsweise weiße) Männer ihre priviligierte Stellung in der Gesellschaft ganz neutral, so werden sie erkennen, dass dies nur durch Herabsetzung, Diskriminierung oder Unterdrückung von anderen möglich ist (war). Wie schön wäre es, wenn sie erkennen könnten, dass Feminismus nicht die Umkehr von Unterdrückung ihres Geschlechts bedeutet, sondern eine echte gesellschaftliche Bereicherung.

Es geht um Geschlechtergerechtigkeit, Bewusstsein füreinander und das Anerkennen, dass wir alle Menschen sind. Emma Watson hat 2014 mit ihrer Rede vor den Vereinten Nationen Millionen Menschen berührt. Lassen wir ihren Worten Taten folgen.

Und jetzt bist du dran. Wie stehst du zu diesem Thema? Hau in die Tasten und lass mir einen Kommentar da, indem du vielleicht beschreibst, wie es dir so ergeht? Was sind deine Bedürfnisse und Erlebnisse? Wie wünscht du dir ein Zusammenleben von Mann und Frau in der Gesellschaft?

PS: Hier einige Empfehlungen von mir für dich!

On the Basis of Sex im Originaltitel und Die Berufung mit dem deutschen Kinotitel. (Ich empfehle die Originalfassung, weil die Sprache so herrlich ist)

Fight like a girl* von Clementine Ford

Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch* von Sophie Passmann (die schlechten Rezensionen kommen fast ausschließlich von Männern. Ein Schelm der böses dabei denkt. Ich finde das Buch erfrischend und bereichernd, auch wenn ich nicht immer alle Meinungen teile)

Die Wölfinnen: Eine Community, gegründet von Carina Herrmann. Diese Community ist komplett gratis, bedingungslos, ohne irgendwelche Haken und versteckte oder offensichtliche Kosten. Dieses Projekt ist ein Leidenschafts-Projekt von Carina.

Hier ist ihr kleiner Disclaimer dazu:

Diese Community hat den Schwerpunkt auf alle Themen, die ganz besonders Frauen betreffen und schwächen oder stärken, wie z.B.:

Bodypositivity und deren Vorbilder
Berufschancen und Gehaltslücken
Kinderlosigkeit als Frau
Starke weibliche Vorbilder in Politik, Sport, Medien

oder auch viel tiefer gehende Themen wie:

Menschenhandel und Kinderheirat
Mentale Gesundheit
Sexismus in allen offensichtlichen und subtilen Formen
Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung und der Schutz davor

Also alle Themen, in denen Frauen klare Nachteile haben und aufgrund ihres Geschlechtes oder ihrer damit verbundenen gesellschaftlichen Stellung häufiger betroffen sind. Und mit „Frauen“ sind hier alle Personen gemeint, die sich selbst als Frau identifizieren.

Es geht dabei aber vor allem um den Gedanken, wie wir dazulernen können, wie wir etwas an vielen dieser Themen verbessern können und wie wir aktiv werden können.

Ich freue mich, wenn wir uns dort treffen. Hier ist dein Anmeldelink.

Foto: Adobe Stock

 

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Lass uns über Sex sprechen

Lass uns über Sex sprechen

Lass uns über Sex sprechen

Ich bin keine ausgewiesene, bescheinigte oder sonst was Sexpertin. Warum ich mich dennoch als eine fühle und mit dir in diesem Artikel über Sex spreche (etwas anders wahrscheinlich, als du es jetzt denkst)? Ich bin eine Frau. Ich habe Sex. Auch mit mir alleine. Und ich habe mich selbst so viele Jahre lang angelogen, versteckt, verbogen, angepasst, geschämt, nicht getraut, und mit meinen Gedanken selbst gequält, dass ich große Mühe hatte, beim Sex zu entspannen.

Sex lustvoll, selbstverständlich, natürlich und vor allem zu meiner Freude zu haben. Nicht als Pflichterfüllung. Nicht als Dienstleisterin an einem Mann. Sex haben, weil ich Lust habe.

Wann, wo und mit wem ist meine Sache.

Hinzukam, dass ich meine Bedürfnisse viele Jahre meines Lebens an die gängigen Meinungen und Gedanken, Verurteilungen, Beurteilungen von anderen angepasst habe. Diese Zeit ist nun gänzlich vorbei. Warum erst jetzt? Weil ich es genau jetzt kann!

Ich habe entschieden, mit der Selbstverleugnung aufzuhören. Schlimm genug, dass wir von vielen Lügen umgeben sind, nein, wir tischen sie uns täglich selber auf. Das findest du zu hart? Dann lies weiter!

In einer Welt in der alles möglich scheint …

… will man uns doch lieber so haben, wie es für andere angenehm ist. Das lernen wir schon früh. Sehr früh. Mit der Aufnahme in das Bildungssystem (Kindergarten, Schule, Universität, Ausbildung) wird fleißig an unseren Ecken und Kanten geschliffen. Das Problem mit dem Bildungssystem ist, dass es ein System ist. Schließlich muss der Schlüssel ins Schloss passen. Anders gesagt: Wir sollen ins System passen.

Damit das nicht so auffällt, macht man uns glauben, dass wir die Wahl und die Freiheit haben, über uns selbst zu bestimmen. Welch ein Hohn. Es gibt ein spannendes Experiment mit Flöhen, die man in ein Glas gesteckt hat und auf das Glas hat man einen Deckel gelegt. Zu Beginn sind die Flöhe immer wieder mit ihren Köpfen unter den Deckel gestoßen. Weil das vielleicht auch den Flöhen Kopfschmerzen und Unwohlsein bereitet hat, haben sie nach kurzer Zeit ihre Sprunghöhe angepasst, bis sie letztlich nicht mehr mit dem Kopf angestoßen sind. Nun konnte man den Deckel vom Glas nehmen und kein Floh ist mehr auf die Idee gekommen, aus dem Glas springen zu können.

Wir könnten jetzt sagen, die Flöhe sind frei. Sie wissen es nur nicht. Wie sieht das mit uns aus?

Unser Selbstwertgefühl schrumpfen wir auf die Größe eines kleinen Staubmoleküls, damit wir es uns unter dem Teppich so richtig angenehm machen können. Wir steigen in das Karussell von Traurigkeit, Frustration und Wut ein, das sich in unseren Bäuchen dreht. Diese Gefühle verstecken wir hinter einer Fassade von fügsamen Kichern, lässig coolem weiblichen Verhalten, und wir glauben, wir sind frei.

Was hat das jetzt mit Sex zu tun?

Ich hab als Teenager und junge Frau so einiges mit auf den Weg bekommen.

Mit 16 hatte ich meine ersten lustvollen Erfahrungen, kein Sex mit rein-raus und so, sondern ein bisschen Küssen und Fummeln. Weil ich keinen festen Freund hatte, sondern ausprobieren wollte, haben irgendwelche Menschen aus meinem Umfeld nichts Besseres zu tun gehabt, als mich in der Clique als williges, billiges Mädchen darzustellen, die es mit jedem treibt. Das war nicht witzig. Zumal ich überhaupt nicht verstehen wollte, warum man mir das antat.

Für mich war es damals ein Unterschied, ob ich mit jemandem richtig Sex habe oder ob ich nur ein bisschen schaue was geht und meinen Körper ein bisschen kennenlerne. Und selbst wenn ich mit 20 Männern und Frauen sexuelle Erfahrungen gesammelt hätte, es wäre, war und ist noch immer meine Sache. Die Gesellschaft sah das anders und tut es noch heute. Mich hat das damals mit viel Scham erfüllt und die hat mir nicht geholfen.

Mit 17 hatte ich dann meinen ersten „richtigen“ festen Freund. Als ich meinen Vater um seine Erlaubnis bat, eine Nacht bei ihm zu verbringen, schimpfte er mich eine Hure.

Mit 23 Jahren bekam ich mein erstes Kind und weil der leibliche Vater die Vaterschaft nicht anerkannt hat, gab es einen Vaterschaftstest. Der Mitarbeiter vom Jugendamt hielt mir dann einen Vortrag darüber, dass es selbst bei einem Ergebnis von 99 % einer wahrscheinlichen Vaterschaft noch immer 1 % Nichtväter gäbe. Hätte ich zum Beispiel mit 10.000 Männern geschlafen, dann wären es immerhin 100 Nichtväter. Das ist jetzt übrigens kein Scherz. Warum er mir das mit auf den Weg geben wollte, weiß ich bis heute nicht.

Ich habe ihm dann lediglich erklärt, dass, wenn ich mit 10.000 Männern geschlafen hätte, ich sicher ein Business daraus gemacht hätte und dann nicht auf Unterhaltszahlungen angewiesen wäre.

Männer sind Hengste und Frauen sind Huren

Das war schon früher so und ich glaube nicht, dass sich das heute in den Köpfen der Menschen sehr geändert hat. Man sollte meinen, dass wir zumindest in Deutschland aufgeklärter sind wie nie zuvor. Das Internet hält eine schier unfassbare Menge an Beiträgen zum Thema Sex für uns bereit. Google schmeißt auf den Suchbegriff „Sex“ 4.430.000.000 Ergebnisse raus. Puuuuh.

Dennoch scheint mir das ein wenig so, wie mit dem lustigen Wunsch von Unternehmen nach dem perfekten Arbeitnehmer. Am besten Anfang 20 mit 25 Jahren Berufserfahrung. Vielleicht wäre ja eine 20-jährige Jungfrau mit Erfahrung gesellschaftlich anerkannt? Ich weiß es nicht.

Mich haben jedenfalls meine persönlichen Erlebnisse verunsichert. Einen offenen und vor allem ehrlichen Austausch zu diesem Thema habe ich nicht erfahren. Darüber hat man – und Frau auch – nicht gesprochen. Heute glauben wir noch immer, wir müssen gar nicht offen darüber sprechen, weil wir es überall lesen oder Videos dazu schauen können. Ob uns das hilft ehrlich mit uns zu sein?

Eines macht es in meinen Augen aber mit uns. Wir vergleichen uns jetzt auch in allen sexuellen Belangen mit anderen. Yeah! Sex-Apps sollen angeblich unser Liebesleben verbessern und bis wir soweit sind, also guten Sex haben, tun wir einfach so. Es lebe der vorgetäuschte Orgasmus. Ich behaupte von mir selbst, dass ich Profi darin war. Niemand hat mich besser belogen, als ich mich selbst.

Als der Mensch zum (Selbst-)Darsteller wurde

24/7 – Tag und Nacht. Jeden Tag. Immer. Vielleicht werden irgendwann die Babys schon bei der Geburt mit ihrem eigenen Smartphone auf diese Welt kommen. Das erste Selfie im Mutterleib schon in der Foto-App, bereit zum Teilen. Sei mir dieser kleine Ausflug in ein Zukunftsszenario gegönnt.

Ich werde dieses Gefühl nicht los, dass wir mehr denn jemals zuvor einem inneren Zwang nachkommen uns perfekt darstellen zu müssen. Äußerlichkeiten sind wichtig. Was die meisten dabei übersehen oder erst gar nicht erkennen: Dein Wert hat nichts mit deinem Körper zu tun, deiner Karriere, oder wie viel Geld du auf deinem Konto hast.

Sprechen wir über unseren Körper

Es wird viel Lärm über Gesundheit und Körpermaße gemacht. Als ob der wahre Grund, warum sich Menschen für berechtigt halten, andere Menschen wegen ihrer Körper zu beschämen, aus der Sorge um ihr Wohlergehen bestünde. Weißt du, was nicht gesund ist? Mit dir selbst im Kampf zu sein.

Dich selbst nicht zu mögen ist nicht gesund. Auf andere Menschen herabzuschauen, andere Körper zu bewerten, zu verurteilen und sich mit diesen zu vergleichen, ist nicht gesund. Dich selbst in etwas hineinzupressen, um den allgemeinen Körperidealen einer kranken Gesellschaft zu entsprechen, ist nicht gesund. Beim Sex daran zu denken, ob dein Körper schön genug ist, ist nicht gesund.

Ein angeblich unperfekter Körper ist nicht ansteckend. Das einzige, was ansteckend ist, ist die Versuchung, das Urteilen, Bewerten und Verurteilen zu einem völlig normalen Verhalten zu machen und es zu einem Symbol für Wertigkeit zu machen. Wir müssen aufhören, uns mit unseren Gedanken zu vergiften. Und beginnen ein neues Bewusstsein zu schaffen für das, was wir sind. Menschen. Von unterschiedlicher Herkunft, mit verschiedenen Körpern. Alle mit einer Seele und einem Herzen. Jeder auf seine Art einzigartig.

Lass uns damit beginnen ein neues Gefühl dafür zu entwickeln, was es bedeutet, gut genug zu sein. Was es bedeutet unterschiedlich zu sein. Vielfältig zu sein. Wertvoll zu sein. Wir müssen beginnen unseren Kindern zu erzählen, dass sie genug sind. Und unseren kleinen Mädchen, jungen Frauen und Frauen jeden Alters müssen wir erzählen, dass ihre Körper nicht dafür da sind, von anderen betrachtet und bewertet zu werden. Dass sie ihre Körper haben, um sie zu benutzen und darin zu sein. Dass es gut ist, sich in seinem Körper sicher zu fühlen, weil es das Haus für ihre Seele und das Herz ist.

Nichts ist falsch an deinem Körper!

So ziemlich alles, was wir wertschätzen, wird für uns von einer externen Quelle entschieden, die uns entweder kontrollieren oder mit uns Geld verdienen will und sehr oft beide Dinge zusammen haben möchte. Es ist erstaunlich, wie wir es Unternehmen erlauben, uns zu sagen, wie unzureichend wir sind, während wir dankbar ihren Müll mit einem Löffel in uns hineinschieben. Und unseren Kummer dann gleich hinterher. Runterschlucken und Lächeln.

Es ist erschreckend, wie wir es anderen Menschen erlauben, uns zu sagen, wann wir eine gute Frau sind, während wir weiterhin so tun, als seien sie unsere Freunde und meinten es gut mit uns. Frauen werden immer noch über ihr Äußeres definiert. Einen großen Teil tragen wir selbst dazu bei. Ich empfinde es immer wieder erschreckend, wie niederträchtig manchmal Frauen anderen Frauen begegnen. Wir haben es selbst in der Hand.

Nichts tut mehr weh, als zu erkennen, dass du mit deinem Schweigen und stummen Ertragen selbst verantwortlich bist für deine Schuldgefühle, deinen Minderwert und deine mangelnde Selbstliebe. Und nichts fühlt sich besser an, als deine eigene Stimme zu erheben und für dich einzustehen. Lass uns selbst mit Liebe begegnen und uns gegenseitig stärken. Scham, Neid und Selbstverleugnung werden uns nicht weiterbringen.

Weibliche Sexualität

Sie wird noch immer abgewertet. Auch von Frauen selbst. Irgendetwas läuft gänzlich schief in einer Welt, in der es okay ist, die Kontrolle der weiblichen Sexualität zum Fachgebiet eines jeden zu machen, außer der Frau, die es betrifft. Es ist wichtig, dass wir uns darüber bewusst werden und die Männer ebenso.

Jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir Frauen stark genug sind, um den Signalen, die unser Körper und unser Herz uns senden, zu vertrauen. Es ist an der Zeit, dass wir miteinander reden. Lass uns über Sex reden. Lass uns darüber sprechen, wie sich das für uns anfühlt. Welche Ängste wir haben. Welche Bedürfnisse wir haben.

Miteinander reden und nicht im stillen Kämmerlein kaputt denken. Mach den Anfang und lass mir deinen Kommentar hier.

Foto: Pixabay

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Warum immer ich?

Warum immer ich?

Wenn wir in unserem Leid feststecken, dann ist dies eine immer wieder gestellte Frage: Warum immer ich? Warum werde ich immer wieder verletzt, verarscht, gemobbt, hintergangen … Die Liste kannst auch du sicher endlos weiterführen und endet nicht selten mit einer weiteren Frage: Wieso werde ich immer wieder enttäuscht?

Meine kurze Antwort darauf: Menschen werden dich immer wieder enttäuschen. Weil sie selbst in ihren immer gleichen Gedanken, und mit ihnen in ihren Gewohnheiten, gefangen sind. Es wird dir immer wieder der gleiche Mist begegnen, und zwar so lange, bis du verstehst, dass das nichts mit dir persönlich zu tun hat. Bis du selbst deine gewohnten Denkmuster durchbrechen kannst, und erkennst, dass es ein Muster ist, welches dich festhält und leiden lässt.

Und selbst dann werden die Menschen um dich herum nicht plötzlich erleuchtet und voller Liebe mit dir umgehen. Weil sie es nicht können. Und es nicht dein und nicht mein Job, die Menschen zu verändern. Jeder kann nur bei sich selbst beginnen, denn da fängt alles an. Aber du wirst neue Erfahrungen machen. Neue Menschen in dein Leben ziehen und neu lernen. Das ist der Weg.

Nimm es nicht persönlich

Und das ist die größte Herausforderung an dich. Dinge nicht persönlich nehmen. Meistens geschieht das jedoch völlig automatisch. In Millisekunden. Dafür brauchst du nicht erst nachdenken, sondern du fühlst es sofort. Etwas in dir fühlt sich angegriffen und will sich wehren oder zieht dich runter, macht dich ebenfalls fertig und schmettert dich nieder. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche. Du fühlst dich miserabel. Benutzt, ausgespuckt und liegengelassen. Nicht gesehen. Nicht gehört und nicht verstanden.

Wenn du mittendrin steckst in diesem Dilemma, dann fühlst du dich vielleicht sogar durch meine Worte angegriffen. Oder aber du denkst beim Lesen dieser Zeilen, dass ich scheinbar nicht ganz richtig ticke, keine Ahnung habe, oder es mir leicht mache und dich nicht ernst nehme. Dem ist nicht so, das versichere ich dir.

Ich weiß es heute nur besser als noch vor einigen Jahren. Und obwohl ich so viel mehr erkenne, mich aus vielen alten Mustern und Denkstrukturen befreit habe, erwischt es auch mich immer mal wieder.

Ich fühle dich

Du bist sensibel und das ist kein Schimpfwort oder eine Schande. Sensibel und besonders feinfühlig zu sein ist eine Superkraft. Und ja, sie fordert uns immer wieder, führt uns an unsere Grenzen. Sie vermag es aber auch, uns darüber hinaus zu erheben. Das Leben konfrontiert uns mit Dingen, die wir niemals freiwillig für uns gewählt hätten. So glauben wir. Und dennoch dürfen wir durch das Leben lernen.

Wir dürfen lernen uns selbst zu sehen, wie wir wahrhaftig sind. Uns heraus bewegen aus den gewohnten Denkstrukturen. Über uns selbst hinausgehen, uns selbst an die Hand nehmen und das leise Flüstern unsere Seele erhören.

 

Sei liebevoll mit dir. Kämpfe nicht länger gegen dich und andere. Erkenne die wundervollen Gaben, die dir gegeben wurden und lerne für dich einzustehenIn meinem Buch „Für dich einstehen, steht dir gut.“* beschreibe ich meinen Weg. Spreche unbequeme Themen an. Teile meine Ängste mit dir und zeige dir einen Weg, der dich zu dir selbst führt. Du musst für niemanden besonders sein. Du bist wundervoll und es ist an der Zeit, dass du dich siehst und zu dir stehst. Mit allem, was da ist.

Nimm es nicht persönlich bedeutet also nicht, dass du dir ein dickeres Fell zulegen, oder deine Abwehr stärken solltest. Wir brauchen keine neuen Panzer und Mauern um uns herum. Davon haben wir bereits genug. Wir müssen nicht härter werden. Das erzeugt nur weiteren Widerstand nach innen gegen dich selbst und nach außen gegen andere. Und Widerstand bedeutet Kampf. Gegen dich selbst und gegen andere. Und in diesem Kampf leben wir alle schon viel zu lange.

Warum immer ich? …

… ist eine Frage, die dir nicht weiterhilft. Und ich bin sehr sicher, dass du das auch schon festgestellt hast. Du wirst keine Antwort auf diese Frage bekommen, die dich zufriedenstellt. Dich beruhigt und besänftigt. Jede Antwort auf diese Frage wird ein Versuch sein, dich zu wehren oder in Selbstmitleid zu versinken.

Und Selbstmitleid ist weit entfernt von Selbstmitgefühl und Selbstliebe. Selbstmitgefühl ist eine ganz besondere Gabe der Selbstliebe und Selbstmitleid entspringt, wie es das Wort so schön beschreibt, dem Leid. Befinden wir uns im Zustand des Mitleidens, lassen wir es zu, ein Teil des Dramas eines anderen Lebens zu werden.

Wir leiden mit, indem wir das Leid eines anderen zu unserem machen. Selbstmitleid ist nichts anderes. Es macht uns blind für Lösungen, da wir in den Problemen stecken bleiben. Es beschert uns das Gefühl von Ausgeliefertsein, Schutzlosigkeit, Hilflosigkeit und Unsicherheit. Wir beginnen zu schimpfen und suchen Schuldige für unsere Situation.

Jeder lebt seine eigene Realität

Unabhängig davon, ob es sich um Freundschaften oder Beziehungen handelt, erwarten wir in Konfliktsituationen, dass die andere Person das tut, sagt oder sich so verhält, wie wir glauben, dass wir es tun würden (oder wie wir es wünschen), aber das passiert selten. Wenn du 100 Menschen in einen Raum packst und du bittest sie, das Gefühl zu beschreiben, in dem sie sich befanden, erhältst du 100 verschiedene Beschreibungen.

Und jeder von uns hat einen einzigartigen Blick auf die Welt, basierend auf unseren Lebenserfahrungen, Beziehungen und nicht verheilten Wunden aus der Vergangenheit. Es braucht Reife und Mitgefühl, um jemanden in seiner Wahrnehmung zu bestätigen, ganz besonders dann, wenn sie im Konflikt mit der eigenen Wahrheit steht.

Unser Ego will immer recht haben, und so besteht unsere größte Herausforderung darin, loszulassen und ein Zeuge dessen zu sein, was uns reflektiert wird.

Warum immer ich und wie du dich aus dieser Falle befreist

Wenn du eine solche Situation erkennen kannst, dann ist es ein großes Geschenk an dich. Erkenne und wähle dann weise. Für dich. Nicht dagegen und auch gegen niemanden anderes. Frage dich, ob du eine Gefangene im Leben eines anderen sein möchtest, eine Gefangene deiner eigenen Gewohnheiten und Denkstrukturen, oder ob du durch liebevolles Selbstmitgefühl eine Lösung schaffen kannst.

Vertraue dir. Du wirst immer die richtige Entscheidung treffen. Und wenn es dir auch irgendwann so erscheint, als wäre es die Falsche gewesen. Sie hat dich bis hierhin geführt und du kannst heute und jederzeit neue Entscheidungen treffen und neue Wege gehen. Du bist niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig. Auch dir selbst gegenüber nicht.

Wenn wir mit dem Selbstwertgefühl kämpfen, kämpfen wir vielleicht verzweifelt darum, von unseren Freunden oder Partnern gesehen oder gehört zu werden. Wir erkennen die eigentliche Aufgabe nicht, derer wir uns stellen sollten: Lernen, uns selbst zu sehen und nach innen zu gehen. 

Es geht um Selbstakzeptanz, Baby

Wenn wir verstehen, dass andere in ihren eigenen Geschichten und Wunden stecken und durch sie hindurchgehen müssen, können wir in diesem Moment eher einen Raum des Mitgefühls betreten.

Wenn wir uns mehr um das Herz des Menschen vor uns, und um unser eigenes Herz kümmern, als um die Wünsche des Egos, beginnen wir eine heilige Beziehung zu erschaffen. Zu uns selbst und in gleichem Maße auch zu allen anderen. Wir werden unabhängiger von der Meinung und dem Geplapper anderer und dem ständig rauschenden Geplapper in unserem Kopf.

Lass uns damit aufhören, uns ständig als nicht gut genug zu betrachten. Denn es sind diese Teile von uns, die, die wir als nicht genug oder minderwertig betrachten, die wir in anderen sehen und nicht aushalten können.

Es geht ums Selbstakzeptanz, Baby.
Du schaffst das!

Foto: Adobe Stock

 

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Finde deine Stimme und nutze sie

Finde deine Stimme und nutze sie

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Was ist los mit uns, dass wir in der Lage sind für alles und jeden unsere Stimme zu nutzen, uns aber klein und mickrig fühlen, wenn es darum geht, sie für uns selbst einzusetzen? Wann haben wir sie verloren, die Stimme in uns, die uns erhebt? Diese Stimme, die uns liebevoll in den Arm nimmt. Uns stärkt und kräftigt. Die Stimme, die uns für uns selbst einstehen lässt.

Wenn ich dich jetzt bitte, 10 Eigenschaften oder Dinge über dich selbst aufzuschreiben, die du an dir liebst, wie lange würdest du dafür brauchen? Wärst du überhaupt in der Lage, dass aufs Papier zu bringen ohne, dass dir gleichzeitig Tausend Gegenstimmen von innen aufs Trommelfell drücken? Dir die Luft zum Atmen nehmen. Die Peitsche aus dem Rucksack holen. Dich so richtig verhauen, um dich dann in die hinterste Ecke zu drängen, wo du kleinlaut, eingeschüchtert und leise wimmernd sitzen bleibst. (mehr …)

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Selbstbewusstsein kannst du üben

Selbstbewusstsein kannst du üben

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Selbstbewusstsein kannst du üben

Sich seiner selbst bewusst zu sein, das bedeutet, sich immer wieder neu anzusehen, Zeit mit sich selbst zu verbringen und die eigene Entwicklung zu beobachten. Es ist ein Weg. Der Weg zu dir selbst. Öfter mal die Perspektive zu wechseln und durchaus mal verschiedene Rollen zu spielen. Ja, du hast richtig gelesen. Einfach mal spielen. Warum nicht auch mal spielen, man wäre selbstbewusst? Denn, wie es tief in dir drin aussieht, das geht keinen etwas an!

Wie sagt man so schön: Hunde, die bellen, beißen nicht. Fakt ist, dass meiste ist nicht so, wie es scheint, sondern eher so, wie wir glauben, dass es sei. Es lebe also der schöne Schein. Wir erzählen uns selbst den ganzen Tag Geschichten. Über uns, über andere, über die Welt. Warum also nicht Geschichten wählen, die uns guttun? Du magst jetzt denken: „Das geht nicht! Ich kann doch keine Geschichten erfinden.“ Bist du dir sicher, dass deine Horror-Geschichten von Angst und all den Dingen, die du angeblich nicht kannst, wahr sind? Du hast die Wahl, wie immer. Du entscheidest, mit welchen Gedanken du dich aufhalten oder beflügeln willst. (mehr …)

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